Akkord-Ideen

Akkordfolgen passend zu einer gewünschten Stimmung vorschlagen.

So funktioniert's

Wähle bei „Stimmung“ eine der neun Stimmungen oder „Alle Stimmungen“ und bei „Tonart“ den Grundton. Das Tool setzt die zur Stimmung gehörende, bewährte Akkordfolge in diese Tonart. Unter dem Namen der Folge stehen die Stufen und die Stimmung, darunter die Akkorde. Bei „Alle Stimmungen“ wird jede der neun Folgen mit gleicher Wahrscheinlichkeit gezogen, das sind 1/9 oder rund 11,1 Prozent. Ein Wechsel in einem der beiden Felder liefert sofort einen neuen Vorschlag. Anders als das Tool Akkordprogressionen, in dem du eine Folge nach ihrem Namen wählst, sortiert dieses Tool nach emotionalem Charakter, praktisch, wenn du für eine Szene oder Textstelle die passende Grundstimmung suchst.

Beispiele

Beispiel 1: Stimmung „eingängig, fröhlich“ + Tonart C ergibt die Pop-Progression I – V – vi – IV, klingend als C – G – Am – F.

Beispiel 2: Stimmung „jazzig, smooth“ + Tonart D ergibt die Jazz-ii–V–I-Folge Em7 – A7 – Dmaj7 – ein völlig anderer Klangcharakter bei gleichem Werkzeug.

Wofür sich der Generator eignet

  • Bandprobe: schnell eine neue Akkordfolge zum Jammen finden, wenn euch nichts einfällt.
  • Songwriting: gezielt nach einer harmonischen Grundstimmung suchen, die zum Text passt.
  • Unterricht: zeigen, wie sich dieselbe Funktion (I – V – vi – IV) durch verschiedene Tonarten überträgt.

Hintergrund: Wo die neun Folgen enden

Der letzte Akkord erklärt viel über die Wirkung. Fünf der neun Folgen enden auf der Dominante V: die 50er-Jahre-Progression, Axis of Awesome, Pachelbels Kanon, die Andalusische Kadenz und der 12-Takt-Blues mit V7. Die Pop-Progression endet auf der IV, das Emotionale Moll auf der VII und der Moll-Blues auf der v. Diese Moll-Dominante hat weniger Zug als eine Dur-Dominante, weil ihr der Leitton fehlt. Nur Jazz ii–V–I schließt mit Imaj7 auf dem Grundakkord. Die Folgen sind also als Schleifen gebaut: Das Ende drängt oder schwebt, und der Anfang fängt es wieder auf. Für einen Schluss hängst du den Grundakkord selbst an. Aus der Pop-Progression C – G – Am – F wird mit einem C am Ende ein Plagalschluss (F – C), aus der 50er-Jahre-Folge C – Am – F – G wird mit einem C ein Ganzschluss (G – C).

Rechenbeispiel: Wie viele Durchläufe füllen die Strophe?

Bei einem Akkord pro Takt füllen die vier Akkorde der Pop-Progression vier Takte. DerSongstruktur-Generator wählt Strophen und Refrains in den meisten Stilen mit 8, 12 oder 16 Takten, das sind zwei, drei oder vier Durchläufe. Bei 100 BPM im 4/4-Takt dauert eine achttaktige Strophe 8 × 4 × 60 ÷ 100 = 19,2 Sekunden, eine sechzehntaktige 38,4 Sekunden.

Pachelbels Kanon hat acht Akkorde. In E sind das E – B – C#m – G#m – A – E – A – B, genau acht Takte, also ein Durchlauf pro Strophe von 8 Takten. In 12 Takten bliebe der zweite Durchlauf nach vier Takten auf dem G#m stehen, dort musst du kürzen oder erweitern. Die dreiteiligen Folgen (Jazz ii–V–I, Blues und Moll-Blues) gehen nicht glatt in vier Takte auf. Beim ii–V–I gibst du üblicherweise dem letzten Akkord zwei Takte, in D also Em7 | A7 | Dmaj7 | Dmaj7.

So arbeitest du mit dem Vorschlag

  1. Lege bei „Stimmung“ und „Tonart“ fest, was du brauchst, und klicke auf „Idee vorschlagen“. Mit „Alle Stimmungen“ wählt der Zufall zwischen den neun Folgen.
  2. Schreibe die Stufenzeile aus der Ergebnisanzeige mit auf, etwa „I – V – vi – IV“, nicht nur die Akkordnamen. Mit den Stufen überträgst du die Folge später in jede Tonart, ohne neu zu würfeln.
  3. Spiele die Folge als Schleife, einen Akkord pro Takt. Das erste Akkordfeld ist hervorgehoben und markiert nur den Anfang der Folge: Bei Jazz ii–V–I ist es die ii und nicht die Tonika.
  4. Höre auf das Schleifenende: Zieht es zum Anfang zurück, schwebt es oder ruht es? Hänge dort, wo der Song schließen soll, den Grundakkord an.
  5. Ist die Folge für deine Stimme zu hoch oder zu tief, wähle bei „Tonart“ einen anderen Grundton oder schiebe sie im Transponierer. Gitarristen prüfen im Capo-Rechner, ob ein Kapodaster eine Tonart bequem macht: Die Pop-Progression in „A#/Bb“ erscheint als A# – F – Gm – D#, mit Kapodaster im 3. Bund greifst du dazu G – D – Em – C.

Gut zu wissen

Sieben der neun Folgen bestehen nur aus Akkorden, die in der Tonleiter ihrer Tonart stehen. Zwei verlassen sie bewusst: Der 12-Takt-Blues setzt auf allen drei Stufen Dominantseptakkorde, in C bringen C7 mit dem Bb und F7 mit dem Eb tonartfremde Töne mit. Die Andalusische Kadenz endet in a-Moll auf E-Dur, dessen G# es in natürlichem Moll nicht gibt, es stammt aus harmonisch Moll. Beides gehört längst fest zum Songwriting-Vokabular. Die Vorschläge sind bewährte Muster und kein Ersatz für eigene Harmonik, sondern ein Ausgangspunkt.

Grenzen des Generators

  • Er liefert Akkordsymbole und sonst nichts: keine Rhythmen, Umkehrungen oder Voicings, nur Dur- und Moll-Dreiklänge sowie Moll-7-, Dominant-7- und Major-7-Akkorde.
  • Er erfindet keine neuen Folgen. Wer mehr Auswahl braucht, ersetzt einzelne Akkorde durch Stellvertreter, wie es der Ratgeber zu Akkordfolgen beschreibt.
  • Die Stimmungen sind Faustregeln und keine Messwerte. Je nach Tempo, Rhythmus und Melodie trägt dieselbe Folge fröhliche wie wehmütige Songs.

Spiele zuerst nur die Grundtöne der Akkorde. Der Bass der Pop-Progression in C geht C – G – A – F: eine Quinte hoch, eine Sekunde hoch, eine große Terz hinunter. Wer den Bassverlauf hört, erkennt die Folge auch in anderen Tonarten wieder.

Mehr zu Kadenzen und zur Wirkung der Stufen steht im RatgeberAkkordfolgen und Kadenzen, den Weg vom Akkordgerüst zum fertigen Song beschreibt Songwriting-Ideen und Songaufbau. Alle neun Folgen wählst du im Tool Akkordprogressionen direkt an, die Akkorde jeder Tonart mit ihrer Funktion zeigt derHarmonielehre-Generator.

Häufige Fragen

Wie wähle ich die richtige Stimmung für meinen Song?

Orientiere dich am Thema oder Text: Geht es um Trennung oder Verlust, passt oft „melancholisch, emotional“ oder „düster, bluesig“, für einen Sommerhit eher „eingängig, fröhlich“. Du kannst auch bewusst gegen die erwartete Stimmung schreiben, um Spannung zu erzeugen. Beachte: Jede der neun Stimmungen gehört zu genau einer Akkordfolge. Wählst du eine Stimmung, erscheint immer dieselbe Folge, nur in „Alle Stimmungen“ wird zwischen den neun gewürfelt.

Was bedeuten die römischen Ziffern wie I – V – vi – IV?

Römische Ziffern zeigen die Funktion eines Akkords relativ zur Tonart, unabhängig von der Tonhöhe: Großbuchstaben (I, IV, V) stehen für Dur-Akkorde, Kleinbuchstaben (ii, vi) für Moll-Akkorde. So erkennst du die Pop-Progression I – V – vi – IV in jeder Tonart wieder, egal ob sie als C – G – Am – F oder als D – A – Bm – G erklingt.

Warum steht D# im Ergebnis und nicht Eb?

Die Akkordsymbole werden immer mit Kreuzen geschrieben, auch wenn du im Feld „Tonart“ einen Eintrag wie „D#/Eb“ wählst. D# und Eb sind derselbe Ton auf der Tastatur. Bei der Pop-Progression in „A#/Bb“ siehst du A# – F – Gm – D#, gespielt klingt das wie Bb – F – Gm – Eb. Wenn du lieber in B-Schreibweise liest, übersetze die Namen im Kopf oder nutze im Transponierer die Notation „B (b)“.

Gibt es auch Akkordfolgen in Moll?

Ja, drei: „dramatisch, spanisch“ (Andalusische Kadenz i – VII – VI – V), „melancholisch, emotional“ (Emotionales Moll i – VI – III – VII) und „düster, bluesig“ (Moll-Blues i – iv – v). Bei diesen Folgen ist die gewählte Tonart der Mollgrundton: Mit „A“ ergibt die Andalusische Kadenz Am – G – F – E.

Wie viele Takte bekommt jeder Akkord?

Das legt das Tool nicht fest. Üblich ist ein Takt pro Akkord, bei vier Akkorden ergibt das eine Vier-Takt-Phrase. Wechselt jeder Akkord erst nach zwei Takten, wirkt dieselbe Folge ruhiger und breiter. Schnelle Wechsel mit zwei Akkorden pro Takt machen sie dagegen nervöser.

Wie bearbeite ich eine vorgeschlagene Folge weiter?

Mit dem Transponierer verschiebst du sie um beliebig viele Halbtöne in eine für deine Stimme passende Lage. Im Akkord- und Skalenfinder findest du die Töne jedes Akkords und passende Skalen für Melodie oder Solo. Im Tool Akkordprogressionen wählst du jede der neun Folgen direkt aus einer Liste aus, ohne den Umweg über die Stimmung.