Harmonielehre-Generator
Alle diatonischen Akkorde einer Tonart mit Funktion (Tonika/Subdominante/Dominante) anzeigen.
| Stufe | Akkord | Funktion |
|---|
Vereinfachte Funktionstheorie. In der Praxis (v.a. im Moll) sind mehrere Funktionszuordnungen und Vertretungen möglich – diese Übersicht zeigt die gebräuchlichste Zuordnung.
Wie die sieben Akkorde entstehen
Ein diatonischer Akkord entsteht, indem du auf einer Stufe der Tonleiter Terzen übereinanderstapelst: Grundton, der Ton zwei Stufen darüber und noch einmal zwei Stufen darüber. In C-Dur ergibt das I = C–E–G, ii = D–F–A, iii = E–G–B, IV = F–A–C, V = G–B–D, vi = A–C–E und vii° = B–D–F. Ob ein Dreiklang Dur, Moll oder vermindert ist, hängt von den beiden Terzen ab: große plus kleine Terz ergibt Dur, kleine plus große Terz Moll, zwei kleine Terzen ergeben vermindert. Daraus erklärt sich das feste Muster Dur – Moll – Moll – Dur – Dur – Moll – vermindert.
So liest du die Tabelle
- Wähle bei „Tonart“ den Grundton und bei „Tongeschlecht“ Dur oder Moll.
- Die Spalte „Stufe“ nennt die römische Zahl: Großbuchstaben stehen für Dur-Akkorde, Kleinbuchstaben für Moll-Akkorde, das Gradzeichen (°) für vermindert.
- Die Spalte „Akkord“ zeigt den Namen des Akkords in der gewählten Tonart.
- Die Spalte „Funktion“ ordnet den Akkord der Funktionstheorie zu, etwa Tonika, Subdominantparallele oder Dominante.
- Wechsle bei gleichem Grundton zwischen Dur und Moll, um beide Tabellen zu vergleichen. Dieselben sieben Akkorde siehst du bei Paralleltonarten wie G-Dur und E-Moll.
Zwei Beispiele: G-Dur und E-Moll
G-Dur: Tonart G und Dur ergeben G – Am – Bm – C – D – Em – F#dim. Aus diesem Vorrat lässt sich praktisch jeder Song in G-Dur zusammensetzen. Das F#dim kommt in einfachen Songs eher selten vor.
E-Moll: Tonart E und Moll ergeben Em – F#dim – G – Am – Bm – C – D. Das sind dieselben sieben Akkorde wie in G-Dur, denn E-Moll ist die parallele Molltonart zu G-Dur. Verändert hat sich nur der Schwerpunkt: In E-Moll ist Em die Tonika, in G-Dur ist es G, und deshalb unterscheiden sich auch die Funktionen in der dritten Spalte.
Die drei Funktionen und ihre Akkorde
Die folgende Tabelle ordnet die Akkorde einer Dur-Tonart (hier C-Dur) den Grundfunktionen zu, so wie der Generator sie als Tonika, Subdominante und Dominante zeigt.
| Funktion | Akkorde in C-Dur | Wirkung |
|---|---|---|
| Tonika | C (I), Am (vi) | Ruhe, Ausgangs- und Zielpunkt |
| Subdominante | F (IV), Dm (ii) | löst sich von der Ruhe, bereitet Spannung vor |
| Dominante | G (V), Bdim (vii°) | Spannung, die zur Tonika zurückdrängt |
Der Akkord auf der dritten Stufe, hier Em, nimmt eine Zwischenstellung ein. Der Generator führt ihn als Tonikaparallele beziehungsweise Mediante, in der deutschen Funktionstheorie wird er häufig als Dominantparallele gelesen. Welche Rolle er übernimmt, hängt davon ab, welcher Akkord davor und danach steht.
Praxis: Eine Melodie harmonisieren
Jeder Ton der Tonleiter steckt in drei der sieben Akkorde, einmal als Grundton, einmal als Terz und einmal als Quinte. In C-Dur gehört das E zu Em (Grundton), C (Terz) und Am (Quinte), das D zu Dm (Grundton), Bdim (Terz) und G (Quinte). Beginnt eine Melodie mit E – D – C, kommen für das E die Akkorde C, Em und Am infrage, für das D die Akkorde G und Dm und für das C die Akkorde C, F und Am. Zwei mögliche Begleitungen sind C – G – C und Am – G – F. Welche besser klingt, entscheidet das Ohr, die Tabelle zeigt dir lediglich, was zur Auswahl steht.
Die Tabelle nennt nur Dreiklänge. Willst du Septakkorde, ergänze nach diesem Schema: Imaj7, ii7, iii7, IVmaj7, V7, vi7 und auf der siebten Stufe ein m7b5. In C-Dur sind das Cmaj7, Dm7, Em7, Fmaj7, G7, Am7 und Bm7b5.
Grenzen der Übersicht
Der Generator zeigt die Grunddreiklänge einer Tonart, keine Umkehrungen, Septakkorde oder entlehnten Akkorde. Die Funktionsbezeichnungen folgen einer vereinfachten Funktionstheorie. Im Moll gibt es oft mehrere gleichberechtigte Deutungen, und die Dominante wird in der Praxis meist mit Dur-Terz gespielt. Mehr dazu, wie aus diesen Akkorden Abläufe werden, steht im RatgeberAkkordfolgen und Kadenzen. Fertige Folgen in jeder Tonart gibt es bei den Akkordprogressionen, und wenn du die Tonart einer Melodie erst bestimmen musst, hilft derTonart-Finder.
Häufige Fragen
Was sind diatonische Akkorde, und wie verteilen sie sich?
Diatonische Akkorde bestehen ausschließlich aus Tönen der Tonleiter: Du stapelst auf jeder Stufe Terzen, nimmst also jeden zweiten Ton. In Dur ergibt das immer dieselbe Verteilung. I, IV und V sind Dur-Akkorde, ii, iii und vi sind Moll-Akkorde, und die siebte Stufe ist vermindert. Das folgt aus dem Muster der Ganz- und Halbtonschritte und gilt in jeder Dur-Tonart, nur die konkreten Töne ändern sich.
Was bedeuten Tonika, Subdominante und Dominante?
Das sind die drei harmonischen Grundfunktionen. Die Tonika (I) ist der Ruhepunkt der Tonart, die Dominante (V) erzeugt die stärkste Spannung zurück dorthin, und die Subdominante (IV) wirkt wie eine Zwischenstation. Die übrigen Stufen vertreten eine dieser drei Funktionen: vi (und je nach Lesart auch iii) die Tonika, ii die Subdominante und vii° die Dominante.
Warum weicht die Funktionszuordnung im Moll manchmal ab?
Im natürlichen Moll liegt zwischen siebter Stufe und Grundton ein Ganzton statt eines Halbtons, deshalb wirkt die Dominante schwächer. In der Praxis wird sie oft aus harmonisch Moll entlehnt, das v wird dann zu einem Dur-Akkord (in Am also Em zu E). Die Übersicht zeigt der Einfachheit halber die diatonische Variante aus natürlich Moll, also das Moll-v.
Warum ist die vii°-Stufe vermindert, und wofür wird sie genutzt?
Beim Schichten der Terzen auf der siebten Stufe liegen zwei kleine Terzen übereinander, in C-Dur sind das B, D und F. Der Klang ist instabil, deshalb taucht die Stufe selten als eigenständiger Akkord auf. Sie funktioniert aber als Vertreter der Dominante: Bdim teilt sich mit G die Töne B und D, und das B ist der Leitton, der zur Tonika C hinaufdrängt.
Wie baue ich aus der Tabelle eine Akkordfolge?
Wähle Akkorde aus der Spalte „Akkord“ und achte auf die Funktion. Eine Folge, die mit der Tonika beginnt, über Subdominante oder Dominante weiterläuft und zur Tonika zurückkehrt, wirkt geschlossen. In C-Dur ist C – F – G – C genau diese Abfolge, C – Am – Dm – G eine Variante mit Parallelklängen. Fertige Folgen findest du bei den Akkordprogressionen.
Warum steht im Ergebnis A# statt Bb?
Der Generator schreibt alle Akkorde mit Kreuzen. In F-Dur erscheint die vierte Stufe deshalb als A# und nicht als Bb, und in Es-Dur (Tonart D#/Eb) lauten die Akkorde D#, Fm, Gm, G#, A#, Cm und Ddim. Gemeint sind dieselben Töne wie gewohnt: A# ist Bb, D# ist Eb und G# ist Ab.