Capo-Rechner
Klingende Akkorde mit Kapodaster berechnen oder passende Kapo-Position finden.
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Zwei Rechenrichtungen, ein Prinzip
Jeder Bund, den der Kapodaster höher sitzt, transponiert die gegriffenen Akkorde um einen Halbton nach oben. Im ersten Modus gibst du deine gegriffenen Akkorde und die Kapo-Position ein und erhältst die tatsächlich klingenden Akkorde. Im zweiten Modus drehst du die Rechnung um: Du sagst dem Tool, welche Tonart klingen soll und welche Griffform du bevorzugst – es berechnet den passenden Bund.
Beispiel 1 (Modus „Akkorde + Kapo-Bund“): Die Akkordfolge C G Am F mit Kapo auf Bund 2 ergibt klingend D A Bm G – jeder Akkord wandert exakt zwei Halbtöne nach oben, die Beziehung der Akkorde zueinander (I–V–vi–IV) bleibt erhalten.
Beispiel 2 (Modus „Ziel-Tonart + Griffbild“): Soll der Song in E klingen, du greifst aber lieber die D-Form, berechnet das Tool Kapo auf Bund 2 – ein klassischer Fall, wenn du die vertraute D-Form nutzen willst, der Song aber in einer für die Stimme passenderen Tonart liegen muss.
Warum ein Bund genau einen Halbton ausmacht
Der Kapodaster wirkt wie ein zweiter, beweglicher Sattel: Er verkürzt die schwingende Saitenlänge, und in der gleichstufigen Stimmung steht jeder Bund für einen Halbton, also für einen Frequenzfaktor von etwa 1,0595 (die zwölfte Wurzel aus 2). Mit Kapo auf Bund 5 klingen die leeren Saiten deshalb A-D-G-C-E-A statt E-A-D-G-H-E; die Gitarre verhält sich, als wäre sie eine Quarte höher gestimmt. Die Rechnung hinter beiden Modi ist dieselbe: klingender Ton = gegriffener Ton + Bundnummer, gezählt in Halbtönen, wobei nach zwölf Halbtönen die Tonleiter wieder von vorn beginnt. Umgekehrt gilt: Bund = Zielton − Grundton der Griffform, ebenfalls im Zwölferkreis gerechnet.
Welcher Bund passt zu welcher Tonart?
Die Tabelle zeigt für fünf offene Griffformen, auf welchen Bund der Kapo muss, damit der Song in einer griffschweren Tonart klingt. In der Praxis ist meist die kleinste Zahl pro Zeile am bequemsten, vorausgesetzt, die Akkorde des Songs lassen sich in dieser Form offen greifen. Dieselben Werte nennt dir der zweite Modus über „Gewünschte klingende Tonart“ und „Bevorzugtes Griffbild“.
| Klingende Tonart | C-Form | D-Form | E-Form | G-Form | A-Form |
|---|---|---|---|---|---|
| D#/Eb | 3 | 1 | 11 | 8 | 6 |
| F | 5 | 3 | 1 | 10 | 8 |
| F#/Gb | 6 | 4 | 2 | 11 | 9 |
| A#/Bb | 10 | 8 | 6 | 3 | 1 |
| B (deutsch H) | 11 | 9 | 7 | 4 | 2 |
Schritt für Schritt: einen Song für die Stimme passend machen
Angenommen, ein Song steht im Original in C (C F G Am), deiner Sängerin liegt er aber einen Ganzton tiefer besser, also in Bb. Du möchtest trotzdem mit offenen Griffen begleiten:
- Stelle bei „Modus“ die Variante „Ziel-Tonart + gewünschtes Griffbild → Kapo-Bund“ ein.
- Wähle bei „Gewünschte klingende Tonart“ den Eintrag A#/Bb.
- Wähle bei „Bevorzugtes Griffbild“ die G-Form. Das Tool meldet „Kapodaster auf Bund 3“ und darunter „Greife die G-Form mit Kapo auf Bund 3 – das klingt in A#.“ Mit der A-Form käme Bund 1 heraus.
- Wechsle zurück zu „Akkorde + Kapo-Bund → klingende Akkorde“, trage unter „Gegriffene Akkorde“ die Griffe G C D Em ein und setze „Kapodaster-Bund“ auf 3. Das Ergebnis lautet A# D# F Gm, also Bb Eb F Gm: genau die Folge I–IV–V–vi in Bb.
Der Vergleich beider Formen lohnt sich. Mit Bund 3 bleiben alle vier Griffe offen. Mit der A-Form und Bund 1 wären es A D E und F#m, und F#m ist ein Barré-Griff. Der niedrigere Bund ist also nicht automatisch der bequemere.
Rückwärts gerechnet: welche Griffe gehören zu klingenden Akkorden?
Der Rechner schiebt Akkorde nur nach oben. Liegt dir ein Chart mit den klingenden Akkorden vor und kennst du die Kapo-Position, drehst du den Weg mit einem Kniff um: Ein Kapo auf Bund n zurückzurechnen entspricht einer Verschiebung um 12 − n Halbtöne nach oben. Gib die Akkorde unverändert ein und trage bei „Kapodaster-Bund“ die Zahl 12 − n ein. Beispiel: Das Chart zeigt Eb Bb Cm Ab, und du spielst mit Kapo auf Bund 3. Tippe Eb Bb Cm Ab ein und setze den Bund auf 9. Das Tool zeigt C G Am F, und das sind die Griffe, die du mit dem Kapo auf Bund 3 spielst.
Grenzen und Stolperfallen
- Kreuz-Schreibweise: Das Tool schreibt Ergebnisse immer mit Kreuzen, also D# statt Eb, A# statt Bb und G# statt Ab. Klanglich ist das identisch, in einem Chart in Eb-Dur würdest du aber die b-Namen schreiben.
- Moll-Griffformen: Bei der Am-, Em- und Dm-Form nennt die Anzeige nur den Grundton. Die Am-Form mit Bund 3 meldet „das klingt in C“, gemeint ist C-Moll.
- Intonation: Setze den Kapo direkt hinter den Bundstab, nicht mittig ins Bundfeld, und klemme nur so fest wie nötig. Zu viel Druck lässt die Saiten zu hoch klingen, also stimme nach dem Anlegen kurz nach.
- Hohe Positionen: Je höher der Kapo sitzt, desto weniger Griffbrett bleibt dir für Läufe und Barré-Griffe. Wenn die Akkorde es zulassen, nimm lieber eine Griffform mit niedrigerem Bund.
Ein Kapo hebt die Tonhöhe an, er senkt sie nie. Liegt ein Song für deine Stimme zu hoch, musst du die Akkorde tiefer transponieren oder die Gitarre tiefer stimmen, etwa einen Halbton wie inGitarrenstimmungen. Die Griffform selbst ändert der Kapo nicht: Ein C-Griff bleibt ein C-Griff und klingt nur je nach Bund als anderer Akkord.
Wo der Kapo im Alltag hilft
- Bandprobe: ein Song muss kurzfristig in eine andere Tonart, ohne dass jeder neue Griffe lernt.
- Begleitung: du willst einfache offene Akkorde spielen, der Song steht aber in einer griffschweren Tonart wie Db oder Ab.
- Recording/Arrangement: zwei Gitarren im selben Song, aber mit unterschiedlichem Kapo-Stand für einen volleren, gestaffelten Klang.
- Unterricht: Schülern zeigen, wie sich Kapo-Position und klingende Tonart zueinander verhalten.
Wie sich Stimmung, Stimmgerät und Kapo ergänzen, erklärt der RatgeberGitarre stimmen und Kapodaster. Eine ganze Akkordfolge ohne Gitarrenbezug verschiebst du mit dem Transponierer, die Griffbilder der Formen findest du bei den Gitarrenakkorden.
Häufige Fragen
Warum benutzen Gitarristen überhaupt einen Kapodaster?
Ein Kapo verkürzt die schwingende Saitenlänge und transponiert dadurch alle offenen Saiten nach oben, ohne dass du neue Griffe lernen musst. So kannst du vertraute, einfache Akkordformen (C, G, D, …) in praktisch jeder Tonart spielen – ideal zur Begleitung eines Sängers oder um einen helleren Klangcharakter zu bekommen.
Wie finde ich die richtige Kapo-Position für eine bestimmte Tonart?
Wähle oben bei „Modus“ die Variante „Ziel-Tonart + gewünschtes Griffbild → Kapo-Bund“. Stelle die Tonart ein, in der der Song klingen soll, und das Griffbild, das du am liebsten spielst (zum Beispiel die G-Form). Das Tool nennt dir den Bund, auf dem der Kapo sitzen muss. Probiere mehrere Formen durch: Dieselbe Tonart hat je nach Griffbild eine andere Kapo-Position. Eine niedrige Position ist oft angenehmer, entscheidend ist aber, dass sich alle Akkorde des Songs in dieser Form offen greifen lassen.
Verändert ein Kapo den Klang der Gitarre?
Ja, meist hörbar: Höhere Kapo-Positionen klingen heller und dünner, da die Saiten kürzer schwingen. Viele Gitarristen nutzen das gezielt für einen bestimmten Sound, z.B. einen hellen Akustik-Charakter in Country- und Folk-Musik.
Warum liegt die berechnete Kapo-Position nie höher als Bund 11?
Weil eine Transposition um 12 Halbtöne einer vollen Oktave entspricht und wieder beim selben Ton landet. Deshalb reicht es, alle Positionen zwischen Bund 0 und 11 zu betrachten – höhere Kapo-Stände wären nur eine Oktave höher dieselbe Lösung, auf den meisten Instrumenten aber ohnehin kaum bespielbar.
Funktioniert der Rechner auch mit Septakkorden, Sus-Akkorden und Slash-Akkorden?
Ja. Im Modus „Akkorde + Kapo-Bund → klingende Akkorde“ wird bei jedem Akkordsymbol nur der Grundton verschoben, der Rest bleibt unverändert: Am7 wird mit Kapo 2 zu Bm7, Csus4 zu Dsus4. Bei Slash-Akkorden wie G/B werden Grundton und Basston getrennt verschoben (mit Kapo 2 ergibt das A/C#). Gib dabei nur Akkordsymbole ein, denn jedes Wort, das mit einem Buchstaben von A bis G beginnt, würde ebenfalls wie ein Akkord behandelt.
Kann ich die Akkorde auch mit H oder in deutscher Schreibweise wie Fis eingeben?
Nein, das Tool erwartet die internationale Schreibweise: B steht dort für den Ton, den wir H nennen, und Bb für das, was im Deutschen B heißt. Ein eingetipptes H bleibt unverändert, Namen wie Fis oder Es werden falsch verschoben. Schreibe deine Akkorde also vorher um, zum Beispiel F#m statt Fis-Moll, Bb statt B und B statt H.