Zufällige Tonarten
Zufällige Dur- oder Molltonart als Songwriting-Impuls auswürfeln.
Klicke auf „Tonart auswürfeln“
Was ein Wurf dir mitteilt
Ein Klick auf „Tonart auswürfeln“ zieht zuerst eine der zwölf Zeilen des Quintenzirkels und entscheidet dann per Münzwurf zwischen Dur und Moll. Im Ergebnisfeld steht oben die Tonart, darunter die Vorzeichen, zum Beispiel „D-Dur“ mit „2 Kreuze (F#, C#)“. Molltonarten erscheinen in der internationalen Kurzschreibweise, etwa „Bm“ mit dem Grundton B (im Deutschen H). Gemeint ist die natürliche Molltonleiter, die dieselben Vorzeichen hat wie ihre Paralleltonart: Bei „Bm“ steht darunter also ebenfalls „2 Kreuze (F#, C#)“, es sind dieselben Töne wie in D-Dur, nur mit B als Mittelpunkt. Die Tonart ganz unten im Kreis zeigt das Tool in beiden Schreibweisen, als „F#/Gb-Dur“ oder „D#m/Ebm“ mit „6 Kreuze / 6 Bs“. Der Klang ist derselbe, du entscheidest dich nur für eine Notation.
Nachgerechnet: Vorzeichen und Wahrscheinlichkeit
Weil jede Vorzeichenzeile als Dur oder als Moll fallen kann, trifft jede Vorzeichenkonstellation in 2 von 24 Würfen zu, das sind 8,3 %. Ohne Vorzeichen landest du bei C-Dur oder Am, mit zwei Kreuzen bei D-Dur oder Bm, mit drei Bs bei Eb-Dur oder Cm. Eine vermeintlich schwere Tonart wie Db-Dur mit fünf Bs ist also genauso wahrscheinlich wie C-Dur. Alle zwölf klingenden Tonarten sind abgedeckt. Die Tonarten mit sieben Vorzeichen fehlen, weil sie nur eine umständlichere Schreibweise sind: C#-Dur klingt wie Db-Dur, Cb-Dur wie B-Dur.
Praxisbeispiel: Aus „Db-Dur“ eine Arbeitsgrundlage machen
Angenommen, du würfelst „Db-Dur“ mit den Vorzeichen „5 Bs (Bb, Eb, Ab, Db, Gb)“. Die Tonleiter lautet Db – Eb – F – Gb – Ab – Bb – C. Aus diesen sieben Tönen entstehen sieben Dreiklänge, die dir für Strophe, Refrain und Bridge zur Verfügung stehen:
| Stufe | I | ii | iii | IV | V | vi | vii° |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Akkord | Db | Ebm | Fm | Gb | Ab | Bbm | Cdim |
Würfelt das Tool stattdessen „F#m“ mit „3 Kreuze (F#, C#, G#)“, sind es dieselben Töne wie in A-Dur, die Leiter beginnt nur auf F#: F# – G# – A – B – C# – D – E. Die Dreiklänge sind F#m, G#dim, A, Bm, C#m, D und E. Der Wechsel zwischen den Akkorden fühlt sich sofort anders an, obwohl du auf einer vertrauten A-Dur-Tonleiter spielst, denn F#m und nicht A ist jetzt das Zuhause.
So arbeitest du mit dem Ergebnis weiter
- Klicke auf „Tonart auswürfeln“ und notiere Tonart und Vorzeichen.
- Schlage die Tonleiter im Akkord- und Skalenfinder nach (Modus „Skala“, Grundton und Typ selbst einstellen) und spiele sie auf und ab, bis sie unter den Fingern oder in der Stimme sitzt.
- Öffne den Quintenzirkel, suche deine Tonart und lies Paralleltonart und Nachbarn ab. Bei Db-Dur sind das Ab-Dur (4 Bs) und Gb-Dur (6 Bs), beides lohnende Ziele für einen Tonartwechsel in der Bridge.
- Improvisiere zehn Minuten über die drei Hauptakkorde I, IV und V. In Db-Dur sind das Db, Gb und Ab.
- Liegt der höchste Ton deiner Melodie außerhalb deines Stimmumfangs, schiebe die Akkorde mit dem Transponierer um ein oder zwei Halbtöne. Wer Gitarre spielt, prüft mit dem Capo-Rechner, ob ein Kapodaster die Tonart spielbar macht.
- Schreibe den Text erst danach. Die Tonart ist jetzt eine Vorgabe und keine Wahl, und genau das setzt oft neue Einfälle frei.
Hintergrund: Warum eine fremde Tonart neue Ideen bringt
In der heute üblichen gleichstufigen Stimmung sind alle zwölf Dur-Tonarten Ton für Ton gleich gebaut: Ein Song in Db-Dur klingt wie derselbe Song in C-Dur, nur höher. Die Unterschiede liegen in Stimmlage, Instrument und Gewohnheit. Auf der Gitarre liegen die offenen Akkorde in C, G, D, A und E bequem, Db-Dur oder B-Dur verlangen Barré-Griffe. Deshalb landen viele Gitarristen immer wieder in denselben Tonarten. Bekommst du eine andere vorgegeben, musst du neue Griffmuster, andere Melodiehöhen und ungewohnte Akkordübergänge finden, und genau das ist der Effekt. Dass Tonarten einen eigenen Charakter haben, ist eine verbreitete Beobachtung. Bei gleichstufiger Stimmung hängt der Klang aber vor allem an Dur oder Moll und an der Lage, weniger am Namen der Tonart.
Grenzen des Würfels
- Es gibt nur Dur und natürliches Moll. Kirchentonarten wie Dorisch oder Mixolydisch würfelt das Tool nicht, die kannst du im Melodie-Ideen-Generator ausprobieren.
- Das Tool kennt weder deinen Stimmumfang noch dein Instrument. Ob die Tonart für dich singbar und spielbar ist, prüfst du selbst.
- Der Zufall hat kein Gedächtnis: Dieselbe Tonart kann zweimal hintereinander kommen, und es gibt keine Verlaufsliste.
Mache den Wurf bindend: Wer nach dem Auswürfeln gleich wieder klickt, landet oft doch in einer bequemen Tonart. Gib dir einen Wurf pro Song und bleib dabei.
Wie du Vorzeichen, Parallelklänge und Tonart eines Stücks sicher bestimmst, steht im RatgeberTonart erkennen, den Aufbau des Kreises erklärtQuintenzirkel verstehen.
Häufige Fragen
Warum sollte ich einen Song bewusst in einer zufälligen Tonart schreiben?
Viele Songwriter greifen immer wieder zu denselben zwei oder drei Tonarten, weil sie auf ihrem Instrument bequem liegen. Eine zufällige Tonart zwingt dich zu neuen Griffmustern, anderen Melodiehöhen und anderen Akkordkombinationen. Oft entstehen dabei Ideen, auf die du in der Komfortzone nicht gekommen wärst.
Klingen Dur- und Molltonarten wirklich unterschiedlich?
Ja, deutlich: Dur wird meist als hell und offen empfunden, Moll als dunkler und nachdenklicher. Das liegt vor allem an der Terz, dem dritten Ton der Tonleiter: Sie liegt in Dur 4 Halbtöne über dem Grundton, in Moll nur 3. Die Tonart beeinflusst die Grundstimmung also, bevor überhaupt ein Wort gesungen wird.
Wie geht es nach dem Auswürfeln einer Tonart weiter?
Die beiden Schaltflächen öffnen den Quintenzirkel und den Akkord- und Skalenfinder, übernehmen den Wurf dort aber nicht. Stelle die gewürfelte Tonart im jeweiligen Tool selbst ein: im Quintenzirkel liest du Vorzeichen, Paralleltonart und Nachbartonarten ab, im Akkord- und Skalenfinder die Töne der Tonleiter.
Wie wahrscheinlich ist welche Tonart?
Es gibt 24 mögliche Ergebnisse: 12 Dur-Tonarten und 12 Molltonarten. Zuerst wird eine der zwölf Quintenzirkel-Zeilen gezogen, danach per Münzwurf Dur oder Moll. Jede einzelne Tonart hat daher eine Chance von 1/24, das sind rund 4,2 %. Der Würfel merkt sich nichts, dieselbe Tonart kann also zweimal hintereinander erscheinen.
Was bedeutet „parallele Molltonart“?
Jede Dur-Tonart hat eine Molltonart mit denselben Vorzeichen, aber anderem Grundton. Ihr Grundton liegt eine kleine Terz (3 Halbtöne) unter dem Dur-Grundton. So teilen sich C-Dur und a-Moll dieselben sieben Töne ohne Kreuz oder B, nur der Schwerpunkt (die Tonika) unterscheidet sich.
Warum steht hier „Bm“ und nicht „h-Moll“?
Das Tool nutzt die internationale Schreibweise: B bezeichnet den Ton, den wir im Deutschen H nennen. Moll steht als kleines m hinter dem Grundton, „Bm“ ist also h-Moll und „Em“ e-Moll. Das Es im Deutschen heißt hier Eb und das B im Deutschen Bb. Nur für die Tonart am unteren Ende des Kreises werden beide Schreibweisen gezeigt (F#/Gb-Dur und D#m/Ebm).