Tuplet-Rechner

Dauer von Triolen, Quintolen und anderen Tuplets in Millisekunden berechnen.

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Ein Tuplet passt n Noten in die Zeit, die normalerweise m Noten desselben Grundwerts einnehmen – z.B. die Achteltriole (3:2) passt 3 Achtel in die Zeit von 2 Achteln.

Der Faktor m ÷ n: warum jede Tuplet-Note so lang ist, wie sie ist

Ein Tuplet n:m bringt n gleich lange Noten in der Zeit unter, die m normale Noten desselben Grundwerts brauchen. Der Rechner bestimmt dazu aus dem Tempo die Dauer einer Viertel (60.000 ÷ BPM), rechnet sie auf den gewählten Basis-Notenwert um, multipliziert mit m und teilt durch n. Jede Tuplet-Note ist damit genau m ÷ n mal so lang wie die Basisnote. Weil nur dieses Verhältnis zählt, haben Triole (3:2) und Sextole (6:4) pro Note dieselbe Dauer und unterscheiden sich nur in der Länge der Gruppe. Die Duole (2:3) hat den Faktor 1,5. Die Tabelle gilt für 100 BPM und die Basis „Viertelnote“, eine Viertel dauert dann 600 ms.

TupletFaktor m ÷ nGruppe gesamtDauer pro Note
Duole (2:3)1,51.800 ms900 ms
Triole (3:2)0,6671.200 ms400 ms
Quintole (5:4)0,82.400 ms480 ms
Sextole (6:4)0,6672.400 ms400 ms
Septole (7:4)0,5712.400 ms342,9 ms

So stellst du ein Tuplet ein

  1. Trage bei „Tempo (BPM)“ das Tempo ein. Die Zahl gilt für Viertelnoten.
  2. Wähle bei „Basis-Notenwert“ den Wert, aus dem das Tuplet gebildet wird, von der Ganzen bis zur Sechzehntelnote. Eine Achteltriole stellst du also mit „Achtelnote“ und „Triole (3:2)“ ein.
  3. Wähle bei „Tuplet“ die Gruppe. Vorbelegt sind 120 BPM, „Viertelnote“ und „Triole (3:2)“, das ergibt 333,3 ms pro Note.
  4. Lies die Dauer pro Note groß im Ergebnis ab. Darunter steht, wie viele Noten in der Zeit von wie vielen normalen Noten erklingen, samt Gesamtdauer der Gruppe.

Beispiel: drei gegen vier

Stelle 120 BPM, die Basis „Halbe Note“ und „Triole (3:2)“ ein. Die Halbe dauert 1.000 ms, die Gruppe aus zwei Halben 2.000 ms, jede Triolennote 666,7 ms. Drei gleichmäßige Schläge verteilen sich damit auf einen 4/4-Takt. Spielt daneben jemand vier Viertel zu je 500 ms, laufen beide Muster gegeneinander: Die Triole trifft bei 0, 666,7 und 1.333,3 ms, die Viertel bei 0, 500, 1.000 und 1.500 ms, und erst bei 2.000 ms fallen beide wieder zusammen. Diese Überlagerung nennt man Polyrhythmus, hier drei gegen vier.

Beispiel: Quintole auf jedem Schlag

Bei 96 BPM dauert eine Viertel 625 ms und eine Sechzehntel 156,25 ms. Mit der Basis „Sechzehntelnote“ und „Quintole (5:4)“ ergibt sich eine Gruppe von 4 × 156,25 = 625 ms, also genau ein Schlag, und 125 ms pro Note. Fünf Noten pro Schlag bei 96 BPM sind damit genauso schnell wie Sechzehntel bei 120 BPM (96 × 5 ÷ 4 = 120), nur auf fünf statt auf vier Positionen verteilt.

Septole: 7:4 oder 7:8?

Ob eine Septole gegen vier oder gegen acht Noten läuft, ist nicht überall gleich geregelt, der Rechner nutzt 7:4. Steht in deinem Stück 7:8, wählst du die Basis eine Stufe größer: Sieben Sechzehntel in der Zeit von acht Sechzehnteln sind sieben Noten in der Zeit von vier Achteln. Bei 120 BPM ergibt „Sechzehntelnote“ mit „Septole (7:4)“ 71,4 ms pro Note, „Achtelnote“ mit „Septole (7:4)“ dagegen 142,9 ms. Das ist die 7:8-Lesart der Sechzehntel-Septole.

Häufige Fehler und Grenzen

  • 5:4 heißt nicht fünf Noten in der Zeit von fünf. Fünf Noten füllen die Zeit von vier. Das ist der häufigste Denkfehler beim Einstieg in Tuplets.
  • Falsche Basis: Eine Achteltriole ist halb so lang wie eine Viertel-Triole. Wähle den Notenwert, den die Noten unter der Tuplet-Klammer haben, nicht den, der das Tempo trägt.
  • Rundung: Der Rechner zeigt eine Nachkommastelle. Wer mit gerundeten Werten weiterrechnet, summiert kleine Abweichungen auf. Bietet dein Sequencer das Tuplet selbst an, stelle lieber dieses ein statt der Millisekunden.
  • Grenzen: Es gibt genau fünf Tuplets mit festen Verhältnissen. Quartolen (4:3) etwa in 6/8, Nonolen oder verschachtelte Tuplets fehlen, ebenso Tempowechsel. Der Rechner gibt nur Zeiten aus, es erklingt nichts.

Wer eine errechnete Dauer als Klick üben will, rechnet sie in BPM um und stellt sie amMetronom ein, das von 30 bis 260 BPM reicht: Die 400 ms der Viertel-Triole bei 100 BPM ergeben 150 BPM. Alle Notenwerte samt Triolen-Spalte auf einen Blick liefert derDelay-Rechner, das Verhältnis zweier Notenwerte ohne Tempo derNotenwert-Rechner. Mehr zu Triolen, Quintolen und ihrer Notation steht im Ratgeber Rhythmus-Grundlagen, die Nutzung der Zeiten für Delays im Ratgeber Delay- und Reverb-Zeiten berechnen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Triole, Quintole und Septole?

Die Zahl gibt an, wie viele Noten in die Zeit passen, die normalerweise eine andere Anzahl einnimmt: 3 Noten bei der Triole (statt 2), 5 bei der Quintole (statt 4), 7 bei der Septole (meist statt 4). Je höher die Zahl, desto enger und „schneller“ klingt das Tuplet.

Wann werden Tuplets in der Musik eingesetzt?

Sehr häufig in Jazz (Achteltriolen für den Swing-Feel), Latin- und Prog-Rock-Rhythmen, aber auch in klassischer Musik für rhythmische Verzierungen oder um binäre und ternäre Rhythmusgefühle zu mischen.

Wie setze ich die berechnete Zeit praktisch ein?

Die Millisekunden-Angabe lässt sich direkt als Delay-Zeit, als Notenlänge in einem Sequencer-Grid oder als Referenz beim Einspielen von Percussion- oder Synth-Läufen im Tuplet-Feel verwenden. Brauchst du die Dauer als Metronom-Tempo, rechnest du in BPM um: 60.000 ÷ Millisekunden. Eine Note von 480 ms entspricht 125 BPM.

Was ist der Unterschied zwischen einer Achteltriole und einer Viertel-Triole?

Beide passen 3 Noten in die Zeit von 2 Noten desselben Grundwerts – bei der Achteltriole sind das 2 Achtel (zusammen eine Viertelnote lang), bei der Viertel-Triole 2 Viertel (zusammen eine halbe Note lang). Die absolute Dauer jeder einzelnen Note fällt entsprechend unterschiedlich aus, auch wenn beide „Triole“ heißen.

Warum ist die Duole (2:3) eine Ausnahme unter den Tuplets?

Während die anderen Tuplets mehr Noten in einen binären Zeitraum pressen, „streckt“ die Duole umgekehrt 2 Noten über die Zeit, die normalerweise 3 einnehmen würden. Das ist z.B. nützlich, um in einem ternären 6/8-Takt kurzzeitig einen binären Zwei-gegen-drei-Effekt zu erzeugen. Jede Duolen-Note dauert das 1,5-Fache der Basisnote, genauso lang wie eine punktierte Note.

Welches Tempo gebe ich ein, wenn mein Stück im 6/8 steht oder auf andere Notenwerte bezogen ist?

Der Rechner geht davon aus, dass die BPM-Zahl für Viertelnoten gilt. Steht in den Noten punktierte Viertel = 72, multiplizierst du mit 1,5 und gibst 108 ein; bei Halbe = 70 gibst du 140 ein, bei Achtel = 160 gibst du 80 ein. Mit 108 BPM, Basis Achtelnote und Duole ergibt sich so 416,7 ms pro Note, die zwei Noten füllen zusammen die 833,3 ms einer punktierten Viertel.