Delay-Rechner

Delay-Zeiten in Millisekunden aus BPM und Notenwert berechnen.

NotenwertNormalPunktiertTriolisch

Alle Zeiten in Millisekunden. Punktiert = ×1,5, Triolisch = ×2/3 der Grundzeit – Standardformeln für Delay- und Modulationszeiten in DAWs und Effektgeräten.

Die Formel hinter der Tabelle

Alle Zeilen gehen von der Viertelnote aus: Ihre Dauer in Millisekunden ist 60.000 ÷ BPM, bei 120 BPM also 500 ms. Die übrigen Notenwerte entstehen durch einen Faktor: ganze Note ×4, halbe ×2, Achtel ×0,5, Sechzehntel ×0,25 und Zweiunddreißigstel ×0,125. Die Spalte „Punktiert“ multipliziert das Ergebnis mit 1,5, die Spalte „Triolisch“ mit 2/3. Bei 100 BPM ist das Achtel 300 ms lang, das punktierte Achtel 450 ms und das triolische Achtel 200 ms.

So trägst du die Zeit in dein Delay ein

  1. Gib bei „Tempo (BPM)“ das Songtempo ein. Kennst du es nicht, ermittelst du es zuerst mit dem BPM-Tapper.
  2. Suche die Zeile des gewünschten Notenwerts, von „1/1 (ganze Note)“ bis „1/32“, und die Spalte „Normal“, „Punktiert“ oder „Triolisch“.
  3. Trage die Millisekunden in das Delay ein. Bietet das Plugin einen Notenwert-Sync, wähle dort denselben Notenwert statt der Zahl.
  4. Stelle Feedback und Mix ein. Die Zeit legt nur fest, wo die Echos sitzen, das Feedback bestimmt, wie lange sie klingen.

Beispiel: Wo die Echos bei 120 BPM landen

Du spielst bei 120 BPM eine Note auf Zählzeit 1 und stellst das punktierte Achtel ein. Die Tabelle nennt 375 ms, das sind drei Sechzehntel. Zählst du die Sechzehntel als „1 e & a“, fallen die Wiederholungen so:

EchoZeit nach dem TonPosition im Takt
1375 ms„a“ nach der 1
2750 ms„&“ von Zählzeit 2
31125 ms„e“ von Zählzeit 3
41500 msZählzeit 4

So entsteht das springende Muster, das gegen den Grundschlag läuft und sich nach vier Echos wieder mit ihm trifft. Beim triolischen Achtel (166,7 ms) passen dagegen genau drei Echos in eine Zählzeit.

Beispiel: 128 BPM, nachgerechnet

Bei 128 BPM dauert die Viertelnote 60.000 ÷ 128 = 468,75 ms und das Achtel 234,375 ms. Das punktierte Achtel ergibt 234,375 × 1,5 = 351,5625 ms, das triolische Achtel 468,75 ÷ 3 = 156,25 ms. Die Tabelle zeigt die Werte auf eine Nachkommastelle gerundet an. Ein Plugin, das nur ganze Millisekunden annimmt, bekommt 352 ms beziehungsweise 156 ms.

Feedback und Echo-Länge

Wenn dein Plugin das Feedback als linearen Anteil angibt, ist bei 50 Prozent jede Wiederholung um 20 · log10(0,5) ≈ 6 dB leiser als die vorige. Die vierte Wiederholung liegt dann etwa 18 dB unter der ersten. Solche Pegelschritte rechnest du im dB-Rechner nach. Je höher das Feedback und je kürzer die Delay-Zeit, desto dichter wird der Echoteppich. Bei sehr langen Zeiten wie der ganzen Note (2000 ms bei 120 BPM) hörst du jede Wiederholung einzeln.

Ein Sechzehntel bei 120 BPM dauert 125 ms und liegt damit in der Größenordnung eines klassischen Slapback-Delays. Für eine einzelne, kurze Dopplung ohne Feedback ist das ein guter Ausgangspunkt.

Grenzen des Rechners

Der Rechner kennt nur die sechs Notenwerte der Tabelle in den drei Varianten und ein konstantes Tempo. Quintolen, Septolen und andere Tuplets berechnet derTuplet-Rechner, das Verhältnis zweier Notenwerte zueinander derNotenwert-Rechner. Den Nachhall eines Raums, der unabhängig vom Tempo ist, schätzt der Reverb Time Calculator. Klingt ein Delay trotz richtig eingetragener Zeit leicht versetzt, kann eine Latenz im Signalweg die Ursache sein, und du justierst nach Gehör nach. Mehr zu Delay- und Hallzeiten steht im RatgeberDelay- und Reverb-Zeiten berechnen.

Häufige Fragen

Warum sollte die Delay-Zeit zum Songtempo passen?

Ein Delay, dessen Zeit einem Notenwert des Songtempos entspricht, rastet rhythmisch ein: Die Wiederholungen fallen auf Zählzeiten oder deren Unterteilungen und werden Teil des Grooves. Bei einer beliebigen Zeit laufen die Echos gegen den Beat und klingen schnell unruhig oder verwaschen, besonders bei dichtem Spiel.

Was ist der Unterschied zwischen punktiert und triolisch?

Punktiert verlängert einen Notenwert um die Hälfte seiner Dauer (×1,5), triolisch verkürzt ihn auf zwei Drittel (×2/3), weil drei Triolennoten in die Zeit von zwei normalen Noten passen. Das punktierte Achtel ist die Delay-Zeit, die viele mit dem Gitarrensound von The Edge (U2) verbinden.

Kann ich diese Werte auch für Reverb-Pre-Delay oder LFO-Raten nutzen?

Ja. Dieselben Zeiten passen als Pre-Delay eines Halls, für tempo-synchrone Modulation wie Chorus oder Tremolo und für die Release-Zeit eines Sidechain-Kompressors. Brauchst du daraus eine LFO-Rate in Hertz, rechnest du 1000 ÷ Millisekunden: 500 ms entsprechen 2 Hz.

Wie verändert sich die Delay-Zeit, wenn ich das Songtempo verdopple?

Alle Werte entstehen aus 60.000 ÷ BPM, deshalb halbieren sich sämtliche Millisekunden-Angaben der Tabelle, sobald du das Tempo verdoppelst, und sie verdoppeln sich, wenn du das Tempo halbierst. So schätzt du Half-Time- oder Double-Time-Delays schnell ab: Das Achtel bei 120 BPM (250 ms) entspricht dem Sechzehntel bei 60 BPM.

Mein Delay-Plugin bietet nur Notenwerte statt Millisekunden an. Was mache ich?

Dann brauchst du keine Millisekunden zu übertragen. Wähle im Plugin den Notenwert aus derselben Zeile, die du hier abgelesen hast, also normal, punktiert oder triolisch, und das Ergebnis ist identisch. Voraussetzung ist, dass das Tempo in der DAW zu dem passt, das du hier eingegeben hast.

Wie genau muss ich die Millisekunden eintragen?

Der Rechner zeigt eine Nachkommastelle, viele Plugins erwarten ganze Millisekunden. Das Runden ist unkritisch: 351,56 ms als 352 ms eingetragen sind 0,44 ms daneben, nach acht Wiederholungen summiert sich das auf rund 3,5 ms. Hat dein Delay einen Sync-Modus mit Notenwerten, entfällt dieser Rundungsfehler ganz.