Groove-Generator
Zufällige Rhythmus-Patterns für Kick, Snare und Hi-Hat generieren und anhören.
Die Regler rechts steuern die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schritt beim Zufalls-Pattern aktiviert wird. Einzelne Steps lassen sich auch direkt anklicken.
Das Raster lesen: vom Step zur Zählzeit
Jede Zeile hat 16 Knöpfe, von links gezählt Step 1 bis Step 16. Ein 4/4-Takt besteht aus vier Zählzeiten zu je vier Sechzehnteln, deshalb fallen die Zählzeiten auf die Steps 1, 5, 9 und 13. Die Steps dazwischen sprichst du „e“, „&“ und „a“: Step 1 ist die „1“, Step 2 das „e“, Step 3 das „&“, Step 4 das „a“, Step 5 die „2“ und so weiter. Ein Step dauert 60.000 ÷ BPM ÷ 4 Millisekunden. Beim voreingestellten Tempo von 100 BPM sind das 150 ms und ein Durchlauf dauert 2,4 Sekunden, bei 124 BPM, einem verbreiteten House-Tempo, sind es rund 121 ms pro Step.
Drei Muster zum Nachbauen
Beim Laden der Seite steht ein klassischer Backbeat im Raster: Kick auf den Zählzeiten 1 und 3 (Step 1 und 9), Snare auf 2 und 4 (Step 5 und 13), dazu Hi-Hat auf jedem zweiten Step, also durchgehende Achtel. Die Tabelle führt dieses Startmuster zusammen mit zwei Varianten auf, die du nach einem Klick auf „Leeren“ von Hand setzt.
| Muster | Kick (Steps) | Snare (Steps) | Hi-Hat (Steps) |
|---|---|---|---|
| Startmuster (Backbeat) | 1, 9 | 5, 13 | 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 |
| Four on the Floor | 1, 5, 9, 13 | 5, 13 | 3, 7, 11, 15 |
| Half-Time | 1, 7 | 9 | 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 |
Bei Four on the Floor liegt die Kick auf jeder Viertel, die Hi-Hat füllt die Offbeats, also das „&“ jeder Zählzeit. Beim Half-Time-Muster kommt die Snare nur einmal pro Takt. Bei 140 BPM liegen zwischen zwei Snare-Schlägen 4 × 428,6 ms, rund 1.714 ms, genauso viel wie bei einem normalen Backbeat mit 70 BPM. Deshalb wirkt der Beat halb so schnell, obwohl die Hi-Hat im Tempo 140 weiterläuft.
Zufall und Dichte: was die Regler wirklich tun
Beim Klick auf „Zufälliges Pattern“ wird jeder Step einzeln gewürfelt: Er wird aktiv, wenn eine Zufallszahl unter dem Reglerwert liegt. Bei Hi-Hat 60 Prozent erwartest du 16 × 0,6 = 9,6 aktive Steps, meist zwischen 8 und 11. Bei Kick 40 Prozent sind es im Schnitt 6,4, bei Snare 30 Prozent 4,8. Weil alle Positionen gleich behandelt werden, kennt der Zufall keinen Backbeat: Dass Kick auf Step 1 und 9 und Snare auf Step 5 und 13 zugleich aktiv werden, hat bei den Voreinstellungen nur eine Chance von 0,4 × 0,4 × 0,3 × 0,3 = 1,44 Prozent, und die übrigen Steps sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Würfeln liefert also Rohmaterial, keine fertige Idee.
Nützlich sind die Extremwerte. Bei 100 Prozent sind alle 16 Steps einer Zeile aktiv, bei 0 Prozent keiner. Stellst du Hi-Hat auf 100 und Kick sowie Snare auf 0, bekommst du nach dem Würfeln durchlaufende Sechzehntel auf der Hi-Hat und zwei leere Spuren, in die du Kick und Snare gezielt setzt.
Vom Zufallsergebnis zum brauchbaren Beat
- Gib bei „Tempo (BPM)“ das Zieltempo ein. Das Feld ist für 40 bis 220 BPM ausgelegt.
- Stelle die drei Regler rechts neben „Kick“, „Snare“ und „Hi-Hat“ auf die gewünschte Dichte.
- Klicke auf „Zufälliges Pattern“ und dann auf „Abspielen“. Die Wiedergabe beginnt immer bei Step 1, der gerade klingende Step leuchtet mit, und die Taste wechselt auf „Stopp“.
- Würfle so oft nach, bis ein Ansatz gefällt. Jeder neue Wurf ersetzt alle drei Zeilen vollständig.
- Verfeinere von Hand, auch während der Beat läuft: Ein Klick schaltet einen Step ein oder aus, und du hörst die Änderung, sobald der Step wieder an der Reihe ist. Sinnvolle Eingriffe sind zum Beispiel Kick auf Step 1 setzen, Snare auf Step 5 und 13 prüfen und überfüllte Hi-Hat-Stellen ausdünnen.
- Übertrage das Ergebnis in deine DAW und stoppe mit „Stopp“. „Leeren“ löscht alle Steps, hält die Wiedergabe aber nicht an.
Was der Generator nicht kann
- Er kennt nur einen Takt in 4/4 mit 16 gleich langen Steps, also keine Triolen und keine anderen Taktarten.
- Alle Schläge einer Spur sind gleich laut und liegen exakt auf dem Raster, ohne Swing und ohne Ghost Notes. Der Beat klingt deshalb steifer als ein gespielter.
- Die Klänge werden im Browser synthetisch erzeugt: ein Sinuston, der binnen 0,12 Sekunden von 150 auf 45 Hz fällt, für die Kick sowie kurze Rauschimpulse für Snare und Hi-Hat. Sie zeigen das Muster, ersetzen aber kein Schlagzeug-Sample.
- Muster lassen sich weder speichern noch exportieren.
Wie Backbeat, Synkopen und Swing zusammenhängen, erklärt der RatgeberRhythmus-Grundlagen. Was ein Half-Time-Feel mit dem gefühlten Tempo macht, steht im Ratgeber BPM und Tempo: Grundlagen. Zum Üben deines fertigen Beats mit gleichmäßigem Klick eignet sich dasMetronom, das Tempo eines Referenzsongs misst derBPM-Tapper.
Häufige Fragen
Was bedeuten die 16 Steps im Raster und warum genau 16?
Jede Spalte steht für ein Sechzehntel eines 4/4-Takts, 16 Sechzehntel füllen genau einen Takt. Ein aktivierter Step bedeutet: An dieser Position im Takt erklingt ein Schlag des jeweiligen Instruments. Die 16 ist keine Besonderheit des Tools, sondern eine verbreitete Rastergröße bei Step-Sequencern und Drumcomputern, weil sie Viertel, Achtel und Sechzehntel abdeckt.
Wie nutze ich die Dichte-Regler sinnvoll?
Jeder Regler legt fest, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Step beim Würfeln aktiv wird, und zwar für alle 16 Positionen gleich. Niedrige Werte (20 bis 30 Prozent) ergeben sparsame, luftige Patterns, hohe Werte (70 Prozent und mehr) dichte, treibende Grooves. Die Voreinstellung (Kick 40, Snare 30, Hi-Hat 60 Prozent) liefert dichte Hi-Hats mit sparsamer Snare, bevorzugt aber keine Zählzeit: Einen Backbeat auf 2 und 4 setzt du selbst.
Kann ich ein generiertes Pattern als Vorlage für meine DAW nutzen?
Ja, aber nur von Hand, denn das Tool hat weder Export noch Speicherfunktion. Lies die aktiven Steps jeder Zeile von links nach rechts ab (Step 1 ist der linke Knopf) und trage sie in den Step-Sequencer oder die Piano-Roll deiner DAW ein. Bei einem Raster aus Sechzehnteln entspricht das genau einem Takt.
Wie hängt das BPM-Feld mit der tatsächlichen Wiedergabegeschwindigkeit zusammen?
Jeder Step dauert eine Sechzehntelnote, berechnet als 60 ÷ BPM ÷ 4 Sekunden. Bei 100 BPM sind das 150 ms pro Step und 2,4 Sekunden pro Durchlauf, bei 200 BPM nur noch 75 ms und 1,2 Sekunden. Das Tempo lässt sich auch während des Abspielens ändern und wirkt nahezu sofort.
Kann ich Triolen, Swing oder andere Taktarten einstellen?
Nein. Das Raster ist fest ein Takt in 4/4 aus 16 gleich langen Steps, es gibt keine Swing-Verschiebung, keine Lautstärkeunterschiede und kein Triolenraster. Für einen Shuffle-Eindruck bräuchtest du 12 statt 16 Steps pro Takt, das musst du in deiner DAW bauen. Wie lang eine Triolennote bei deinem Tempo ist, zeigt der Tuplet-Rechner hier auf musiker-tools.de.
Was passiert mit meinem Pattern, wenn ich die Regler bewege oder erneut würfle?
Die Regler verändern das Pattern nicht von selbst, sie wirken erst beim Klick auf „Zufälliges Pattern“. Dann werden alle drei Zeilen komplett neu gewürfelt, auch Steps, die du von Hand gesetzt hast, und eine Zeile mit Regler auf 0 Prozent wird dabei geleert. Eine Rückgängig-Funktion gibt es nicht, notiere dir ein gelungenes Pattern also, bevor du weiterwürfelst.