Intervalltrainer

Intervalle berechnen und im Gehörtraining per Klang erkennen.

C + Prime = C

So funktioniert der Intervalltrainer

Ein Intervall beschreibt den Tonabstand zwischen zwei Noten in Halbtonschritten. Im Rechner-Modus berechnest du, welcher Ton sich aus einem Grundton plus einem gewählten Intervall ergibt. Im Gehörtraining spielt dir das Tool ein zufälliges Intervall vor und du musst es aus vier Optionen erkennen – die Grundlage für sicheres Hören, Improvisieren und Nachspielen nach Gehör.

Zwei Beispiele

Wählst du im Rechner-Modus Grundton C und Intervall Quinte (7 Halbtöne), erhältst du C + Quinte = G – das bekannte Intervall aus dem „Star Wars“-Hauptthema. Stellst du stattdessen Grundton E und kleine Terz (3 Halbtöne) ein, ergibt sich E + kleine Terz = G: Zusammen mit dem Grundton E und der Quinte B bilden diese drei Töne den Em-Dreiklang, den du zum Beispiel im Akkorde-hören-Training wiedererkennen würdest.

Wann brauchst du den Intervalltrainer?

  • Beim Erlernen von Melodien oder Basslinien nach Gehör, wenn du den Tonabstand zum nächsten Ton einschätzen willst.
  • Beim Songwriting, um gezielt bestimmte Intervalle (z.B. für einen markanten Hook) zu finden statt sie zufällig auf dem Instrument zu suchen.
  • Als tägliches Kurztraining zur Gehörbildung, etwa in Vorbereitung auf eine Aufnahmeprüfung an einer Musikschule.
  • Im Unterricht, um Schülern anhand von Song-Eselsbrücken ein intuitives Gefühl für Intervallgrößen zu vermitteln.

Halbtöne statt Intervallnamen

Intervalle werden hier ausschließlich in Halbtonschritten gezählt, unabhängig von der musiktheoretischen „Quantität“ (Sekunde, Terz, Quarte …), die sich aus der Notenschrift und Tonart ergibt. Das ist für Klangberechnung und Gehörtraining völlig ausreichend, blendet aber aus, dass z.B. eine übermäßige Sekunde (3 Halbtöne) klanglich identisch mit einer kleinen Terz ist, in einer Partitur aber unterschiedlich notiert würde. Für reines Hörtraining spielt das keine Rolle – für das Lesen oder Schreiben von Noten schon. Im Gehörtraining-Modus liegt der Grundton zufällig zwischen G3 und G4 – ein bewusst enger, mittlerer Bereich, damit du dich beim Üben auf den reinen Klangcharakter des Intervalls konzentrieren kannst, statt zusätzlich mit ungewohnt hohen oder tiefen Tönen zu kämpfen.

Hintergrund: Intervalle sind Frequenzverhältnisse

Ein Intervall sagt nicht, wie viele Hertz zwei Töne trennen, sondern wie sich ihre Frequenzen zueinander verhalten. In der gleichstufigen Stimmung, die Klaviere und dieses Tool verwenden, ist jeder Halbton derselbe Faktor, nämlich die zwölfte Wurzel aus 2, rund 1,0595. Für die Quinte (7 Halbtöne) ergibt das 2^(7/12) ≈ 1,4983, sehr nahe am reinen Verhältnis 3:2 = 1,5. Die große Terz (4 Halbtöne) kommt auf 2^(4/12) ≈ 1,2599, das reine Verhältnis 5:4 wäre 1,25. Der Tritonus liegt mit 2^(6/12) = √2 ≈ 1,4142 multiplikativ genau in der Mitte zwischen Grundton und Oktave (Faktor 2). Die Tabelle rechnet das für den Grundton C4 mit 261,63 Hz durch, wobei auch das Gehörtraining seine Töne mit A4 = 440 Hz erzeugt.

Intervall im ToolHalbtöneTon über C4Frequenz
Prime (Unisono)0C4261,63 Hz
Kleine Sekunde1C#4277,18 Hz
Große Sekunde2D4293,66 Hz
Kleine Terz3D#4311,13 Hz
Große Terz4E4329,63 Hz
Quarte5F4349,23 Hz
Tritonus6F#4369,99 Hz
Quinte7G4392,00 Hz
Kleine Sexte8G#4415,30 Hz
Große Sexte9A4440,00 Hz
Kleine Septime10A#4466,16 Hz
Große Septime11B4493,88 Hz
Oktave12C5523,25 Hz

Schritt für Schritt

Rechner

  1. Lass „Modus“ auf „Rechner“ stehen, das ist die Voreinstellung.
  2. Wähle bei „Grundton“ den Ausgangston, zum Beispiel „B“.
  3. Wähle bei „Intervall“ den Abstand, zum Beispiel „Quinte (7 Halbtöne)“.
  4. Das Ergebnis lautet „B + Quinte = F#“. Nachgerechnet: B ist die 11, 11 + 7 = 18, abzüglich einer Oktave (12) bleibt 6, und das ist F#.

Gehörtraining

  1. Stelle „Modus“ auf „Gehörtraining“. Die erste Frage liegt schon bereit.
  2. Klicke auf „Intervall abspielen“ und höre die beiden Töne nacheinander. So oft du willst, wiederholt der Knopf dasselbe Intervall.
  3. Wähle unter den vier Antworten die passende. Danach erscheint „Richtig!“ oder „Leider falsch“ samt der richtigen Lösung.
  4. Mit „Neue Frage“ kommt das nächste Intervall, das automatisch abgespielt wird. Der Zähler „Richtig: … / Versuche: …“ läuft mit, solange die Seite geöffnet ist.

Intervalle oder Akkorde hören: Wo liegt der Unterschied?

Beide Gehörtrainings arbeiten mit einfachen Sinustönen, schulen aber verschiedene Fähigkeiten. Der Intervalltrainer spielt zwei Töne nacheinander und fragt nach dem Abstand. Vier Antworten stehen zur Wahl, gezogen aus 13 möglichen Intervallen von der Prime bis zur Oktave, der Grundton liegt zufällig zwischen G3 und G4. Bei Akkorde hören erklingen dagegen drei Töne gleichzeitig, der Grundton liegt zwischen E3 und E4, und du entscheidest nur zwischen vier Akkordqualitäten: Dur, Moll, vermindert und übermäßig.

Intervalle brauchst du, wenn du eine Melodie oder Basslinie heraushörst und Ton für Ton den Abstand bestimmen willst. Akkordqualitäten brauchst du, wenn du eine Begleitung nachspielst. Beide Übungen berühren sich an der Terz: Ob ein Dreiklang nach Dur oder Moll klingt, entscheidet allein die Terz über dem Grundton, groß (4 Halbtöne) oder klein (3). Wer diese beiden Intervalle hier sicher unterscheidet, erkennt Dur und Moll im Akkord leichter.

Tipps und Grenzen

  • Summe oder singe das Intervall nach, bevor du antwortest. Wer den Abstand selbst erzeugt, behält ihn besser im Ohr, als wenn er nur auswählt.
  • Der Rechner schreibt das Ergebnis immer mit Kreuzen. Wählst du „F#/Gb“ und „Große Terz“, steht dort A#. Über F# ist das richtig, über Gb müsstest du in der Notenschrift Bb schreiben.
  • Das Gehörtraining spielt nur aufwärts und nur nacheinander. Auf echten Instrumenten klingen dieselben Intervalle durch Obertöne und Anschlag anders als hier, ergänze die Übung deshalb mit deinem eigenen Instrument.
  • Prime und Oktave kommen als Fragen vor und zählen genauso wie die anderen elf Intervalle.

Weiterlesen und verwandte Tools

Wie du Gehörbildung sinnvoll aufbaust und mit dem Notenlesen verbindest, beschreibt der RatgeberGehörbildung und Noten lesen. Passend dazu übst du mit Noten lesen, welche Note auf welcher Linie steht, und die Frequenzen aus der Tabelle oben kannst du imFrequenz-Note-Konverter für jede andere Note nachrechnen.

Häufige Fragen

Wie lerne ich Intervalle am schnellsten zu erkennen?

Verknüpfe jedes Intervall mit dem Anfang eines bekannten Songs, z.B. Quinte = „Star Wars“-Thema, große Terz = „Kumbaya“. Übe regelmäßig kurz statt selten lang, und starte im Gehörtraining mit wenigen, klar unterscheidbaren Intervallen wie Terz, Quinte und Oktave.

Was ist der Tritonus und warum klingt er so besonders?

Der Tritonus (6 Halbtöne, auch übermäßige Quarte oder verminderte Quinte genannt) teilt die Oktave exakt in zwei gleiche Hälften. Er klingt besonders gespannt und strebt nach Auflösung. In der Überlieferung heißt er auch „diabolus in musica“. Hören kannst du ihn zum Beispiel am Anfang des Simpsons-Titelthemas.

Rechner oder Gehörtraining – was sollte ich zuerst nutzen?

Der Rechner-Modus hilft, die Theorie zu verstehen (welcher Ton ergibt sich aus Grundton + Intervall). Das Gehörtraining trainiert dann, dasselbe Intervall auch ohne Nachdenken am Klang zu erkennen – beides ergänzt sich sinnvoll.

Was ist der Unterschied zwischen einer verminderten Quinte und einem Tritonus?

Klanglich nichts – beide umfassen 6 Halbtöne. Der Unterschied liegt nur in der Notation: „Verminderte Quinte“ wird verwendet, wenn das Intervall als verkleinerte Quinte innerhalb einer Tonart auftritt (z.B. B–F in C-Dur), „übermäßige Quarte“, wenn es als vergrößerte Quarte auftritt (z.B. F–B). Der Sammelbegriff „Tritonus“ bezeichnet beide Fälle gleichermaßen.

Sind Intervalle über eine Oktave hinaus im Trainer enthalten?

Nein, der Trainer deckt die Grundintervalle innerhalb einer Oktave ab (0 bis 12 Halbtöne, Prime bis Oktave). Größere Intervalle wie eine None oder Undezime lassen sich gedanklich aber als Oktave plus eines dieser Grundintervalle ableiten, z.B. None = Oktave + große Sekunde.

Wie spielt der Trainer die Intervalle ab, und was tun, wenn ich nichts höre?

Im Gehörtraining erklingt zuerst der Grundton, nach 0,8 Sekunden der zweite Ton. Beide Töne klingen nacheinander, nie gleichzeitig, und der zweite liegt immer über dem ersten. Abwärts gerichtete Intervalle und Zusammenklänge gibt es nicht. Es sind einfache Sinustöne. Hörst du nach dem Wechsel in den Modus „Gehörtraining“ nichts, klicke auf „Intervall abspielen“, denn Browser geben Ton oft erst nach einer Aktion von dir frei.