Akkorde hören
Gehörtraining: Akkordqualität (Dur/Moll/vermindert/übermäßig) per Klang erkennen.
Richtig: 0 / Versuche: 0
So funktioniert das Akkord-Training
Jede Akkordqualität – Dur, Moll, vermindert, übermäßig – hat einen eigenen charakteristischen Klang, der sich aus dem Abstand der Terz und Quinte zum Grundton ergibt. Klicke „Akkord abspielen“, höre dir den Dreiklang genau an und wähle die passende Qualität aus. Regelmäßiges Training schult dein musikalisches Gehör für Improvisation, Gehörbildung und schnelles Heraushören von Songs.
Ein Beispiel
Spielt das Tool einen Grundton bei MIDI-Note 60 (C4) mit der Qualität „Moll“ ab, erklingen die drei Sinustöne C4, Eb4 und G4 gleichzeitig – Grundton, kleine Terz (3 Halbtöne) und Quinte (7 Halbtöne). Wählst du stattdessen „Übermäßig“ auf demselben Grundton, hörst du C4, E4 und G#4: große Terz (4 Halbtöne) plus übermäßige Quinte (8 Halbtöne) – der schwebende, unaufgelöste Klang, der auch in der FAQ beschrieben ist.
Wann brauchst du das Akkorde-hören-Training?
- Vor einer Jamsession oder Bandprobe, um schnell auf Songs nach Gehör reagieren zu können.
- Beim Erlernen von Improvisation, wo das schnelle Erkennen von Akkordqualitäten beim Mitspielen hilft.
- Als tägliches Kurztraining zur Gehörbildung, etwa in Vorbereitung auf eine Musikschul-Aufnahmeprüfung.
- Beim Nachspielen von Songs nach Gehör, um schneller zwischen Dur- und Moll-Passagen zu unterscheiden.
Dreiklänge in enger Lage
Das Training beschränkt sich bewusst auf Dreiklänge in enger Lage (alle drei Töne direkt übereinander) – in echter Musik werden Akkorde oft mit weiteren Tönen (Septimen, Umkehrungen, weiter Lage) gespielt, was das Erkennen zusätzlich erschwert. Wer die vier Grundqualitäten hier sicher erkennt, hat aber die wichtigste Grundlage für komplexere Gehörbildung gelegt. Verwechsle „vermindert“ nicht mit „Moll“: Beide klingen dunkel, aber vermindert (kleine Terz plus verminderte statt reiner Quinte) wirkt deutlich instabiler und strebt stärker nach Auflösung. In echter Musik begegnen dir vermindert und übermäßig seltener als eigenständige Akkorde – meist als kurzer Durchgang oder Spannungsmoment vor einer Auflösung, während Dur und Moll den harmonischen Grundton fast jedes Songs bilden.
Hintergrund: Vier Dreiklänge aus zwei Terzen
Jeder der vier Akkorde besteht aus Grundton, Terz und Quinte und entsteht aus zwei übereinandergestapelten Terzen. Dur setzt eine große Terz (4 Halbtöne) unter eine kleine (3), zusammen ergeben sie die reine Quinte mit 7 Halbtönen. Moll vertauscht die Reihenfolge: erst die kleine, dann die große Terz, die Quinte bleibt bei 7. Vermindert stapelt zwei kleine Terzen (3 + 3), die Quinte schrumpft auf 6 Halbtöne und liegt damit einen Tritonus über dem Grundton. Übermäßig stapelt zwei große Terzen (4 + 4), die Quinte wächst auf 8 Halbtöne. Dur und Moll unterscheiden sich daher allein durch die Terz, bei vermindert und übermäßig kommt eine veränderte Quinte hinzu.
Die Tabelle zeigt, welche Töne das Tool erzeugt, wenn der Grundton zufällig A3 ist (MIDI-Note 57, innerhalb des Bereichs von E3 bis E4):
| Qualität | Halbtonabstände | Töne | Frequenzen (A4 = 440 Hz) |
|---|---|---|---|
| Dur | 0, 4, 7 | A3, C#4, E4 | 220,00 / 277,18 / 329,63 Hz |
| Moll | 0, 3, 7 | A3, C4, E4 | 220,00 / 261,63 / 329,63 Hz |
| Vermindert | 0, 3, 6 | A3, C4, D#4 | 220,00 / 261,63 / 311,13 Hz |
| Übermäßig | 0, 4, 8 | A3, C#4, F4 | 220,00 / 277,18 / 349,23 Hz |
Beim Dur-Akkord stehen die drei Frequenzen etwa im Verhältnis 4 : 5 : 6, beim Moll-Akkord etwa im Verhältnis 10 : 12 : 15. Je einfacher solche Verhältnisse sind, desto stärker verschmelzen die Töne in der Regel zu einem ruhigen Klang. Weil die Töne des Trainers gleichstufig gestimmt sind, weichen die Werte minimal von den reinen Verhältnissen ab.
Schritt für Schritt: Eine Übungsrunde
- Die erste Frage wird beim Laden der Seite gestellt. Hörst du nichts, klicke auf „Akkord abspielen“, denn Browser geben Ton oft erst nach einer Aktion frei.
- Höre den Dreiklang so oft an, wie du willst. „Akkord abspielen“ wiederholt immer denselben Akkord.
- Wähle unter den vier Schaltflächen „Dur“, „Moll“, „Vermindert“ oder „Übermäßig“. Nur der erste Klick pro Frage zählt, weitere Klicks bleiben ohne Wirkung.
- Die Rückmeldung lautet „Richtig! Das war ein Moll-Akkord.“ oder „Leider falsch – richtig wäre Moll gewesen.“, je nach Antwort.
- Mit „Neue Frage“ kommt der nächste Akkord, der sofort erklingt. Der Zähler „Richtig: … / Versuche: …“ zählt weiter, bis du die Seite neu lädst.
Woran du die vier Klänge erkennst
- Dur: hell, offen und stabil. Die große Terz in der Mitte gibt den Ton an.
- Moll: dunkler und nachdenklicher, aber ebenfalls stabil. Allein die kleine Terz unterscheidet ihn von Dur.
- Vermindert: gedrängt und gespannt. Kleine Terz und eine zu kleine Quinte bilden zusammen einen Tritonus zum Grundton, der Klang will weiterführen.
- Übermäßig: weit und schwebend ohne klaren Mittelpunkt, weil alle Töne gleich weit auseinanderliegen.
Auf den mittleren Ton hören: Wer nur den höchsten Ton verfolgt, kann Dur und Moll nicht unterscheiden, denn die Quinte liegt bei beiden 7 Halbtöne über dem Grundton. Der Unterschied steckt in der Terz in der Mitte.
Akkorde oder Intervalle hören?
Im Akkordtraining hörst du die Terz nicht als Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen, sondern als Farbe eines Zusammenklangs. Abstände zwischen zwei Tönen übst du imIntervalltrainer, der sie nacheinander abspielt und mit 13 möglichen Intervallen arbeitet. Die Rückmeldung hier nennt nur die Qualität, nicht den Grundton, das Tool trainiert also nicht, Akkordnamen wie Am oder F# zu bestimmen. Welche Akkorde in einer Tonart zusammengehören, siehst du im Quintenzirkel.
Wie Gehörbildung über einzelne Übungen hinaus funktioniert, behandelt der RatgeberGehörbildung und Noten lesen. Wie Akkorde zu Folgen und Kadenzen verbunden werden, steht im RatgeberAkkordfolgen und Kadenzen. Die Töne beliebiger Akkorde schlägst du im Akkord- und Skalenfinder nach.
Häufige Fragen
Wie klingt der Unterschied zwischen Dur und Moll?
Dur-Akkorde nutzen eine große Terz (4 Halbtöne über dem Grundton) und klingen meist hell und fröhlich. Moll-Akkorde nutzen eine kleine Terz (3 Halbtöne) und klingen dunkler, melancholischer. Achte genau auf diesen mittleren Ton – er entscheidet über Dur oder Moll.
Woran erkenne ich vermindert und übermäßig?
Vermindert (kleine Terz + verminderte Quinte) klingt spannungsgeladen und instabil, fast „schief“. Übermäßig (große Terz + übermäßige Quinte) klingt schwebend und unaufgelöst, weil der Dreiklang aus zwei gleich großen Terzen besteht und die Oktave in drei gleiche Teile von je 4 Halbtönen teilt. Dadurch fehlt ihm ein klarer Schwerpunkt.
Wie lange dauert es, Akkordqualitäten sicher zu erkennen?
Mit regelmäßigem Üben (5–10 Minuten täglich) erkennen die meisten Menschen Dur/Moll nach wenigen Tagen zuverlässig; vermindert und übermäßig brauchen oft etwas länger, da sie im Alltag seltener vorkommen.
In welchem Tonbereich spielt das Tool die Akkorde ab?
Der Grundton wird zufällig zwischen MIDI-Note 52 (E3) und 64 (E4) gewählt, liegt also im mittleren, gut hörbaren Bereich – ähnlich der Lage vieler Gitarrenakkorde oder der linken Hand am Klavier.
Warum klingen manche Akkorde am Laptop-Lautsprecher unklar?
Das Tool erzeugt reine Sinustöne per Web-Audio-API, ohne Obertöne wie ein echtes Instrument. Das macht die Intervalle zwar sehr klar hörbar, kann aber auf kleinen Lautsprechern dünn klingen. Kopfhörer oder externe Lautsprecher verbessern die Erkennbarkeit deutlich.
Kann ich hier auch Septakkorde, Umkehrungen oder den Grundton üben?
Nein. Das Training spielt ausschließlich Dreiklänge in Grundstellung und fragt nur nach der Qualität: Dur, Moll, vermindert oder übermäßig. Welcher Grundton erklungen ist, nennt die Rückmeldung nicht. Septakkorde und andere Klänge kannst du im Akkord- und Skalenfinder nachschlagen und am Instrument selbst anspielen.