Akkord- und Skalenfinder

Töne von Akkorden und Skalen zu jeder Grundtonart anzeigen.

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So funktioniert der Finder

Wähle einen Grundton und entscheide, ob du die Töne eines Akkords oder einer Skala sehen willst. Der Finder berechnet die Töne direkt aus den Halbtonabständen (Intervallen) des gewählten Typs – von einfachen Dur-/Moll-Dreiklängen über Septakkorde bis zu Modi wie Dorisch oder Mixolydisch und Pentatonik-Skalen. Der Grundton ist im Ergebnis farblich hervorgehoben.

Zwei Beispiele

Wählst du Grundton G und Typ „Dominant 7“, liefert der Finder G, B, D, F – der klassische G7-Akkord, der als V7 in der Tonart C-Dur auflösungsbedürftig zur Tonika C strebt. Stellst du stattdessen auf Skala und A-Dorisch um, erscheinen A, B, C, D, E, F#, G: dieselben Töne wie natürliches A-Moll, aber mit einem erhöhten F#, der den Modus heller und jazziger klingen lässt als reines Moll.

Wann brauchst du den Akkord-Skalen-Finder?

  • Beim Improvisieren über eine Akkordfolge, um passende Skalentöne für ein Solo zu finden.
  • Beim Songwriting, um schnell die Töne eines ungewohnten Akkords (z.B. sus4 oder dim7) nachzuschlagen.
  • Im Musiktheorie-Unterricht, um Schülern visuell zu zeigen, wie sich Modi aus derselben Tonleiter ableiten.
  • Beim Arrangieren, um zu prüfen, welche Skala harmonisch zu einem bestimmten Akkord in der Begleitung passt.

Tonvorrat ist noch keine Musik

Nicht jede Skala, die theoretisch zu einem Akkord „passt“, klingt automatisch gut – die Wahl hängt stark vom musikalischen Kontext, Tempo und Stil ab. Ein häufiges Missverständnis: Modi wie Dorisch oder Phrygisch sind keine eigenständigen, exotischen Tonleitern, sondern lediglich dieselben sieben Töne einer Dur-Tonleiter, nur mit verschobenem Grundton. Der Finder zeigt dir die reinen Tonvorräte – welcher Ton davon der beste Zielton für eine Melodie ist, bleibt eine musikalische Entscheidung.

Hintergrund: Akkorde als Terzenstapel, Skalen als Schrittmuster

Jeder Typ im Finder ist eine Liste von Halbtonabständen zum Grundton, wobei der Grundton selbst die 0 ist. Ein Dur-Dreiklang hat die Abstände 0, 4, 7: Auf den Grundton folgt eine große Terz (4 Halbtöne), darüber eine kleine Terz (3). Moll vertauscht die Reihenfolge und ergibt 0, 3, 7. Vermindert stapelt zwei kleine Terzen (0, 3, 6), übermäßig zwei große (0, 4, 8). Septakkorde setzen eine weitere Terz obenauf: Dominant 7 ist ein Dur-Dreiklang mit kleiner Septime (0, 4, 7, 10), Major 7 hat die große Septime (0, 4, 7, 11), Moll 7 besteht aus einem Moll-Dreiklang plus kleiner Septime (0, 3, 7, 10).

Bei Skalen zählt das Muster aus Ganz- und Halbtonschritten. Dur verläuft in Schritten von 2, 2, 1, 2, 2, 2 und 1 Halbtönen, natürliches Moll in 2, 1, 2, 2, 1, 2 und 2. Die übrigen Modi entstehen, indem man dasselbe Dur-Muster an einer anderen Stelle beginnt. Die Tabelle zeigt, wodurch sich die Modi des Finders von der Dur-Skala mit gleichem Grundton unterscheiden:

Skala im FinderHalbtonabständeUnterschied zur Dur-Skala
Dur (Ionisch)0, 2, 4, 5, 7, 9, 11Ausgangspunkt
Dorisch0, 2, 3, 5, 7, 9, 103. und 7. Stufe einen Halbton tiefer
Phrygisch0, 1, 3, 5, 7, 8, 102., 3., 6. und 7. Stufe einen Halbton tiefer
Lydisch0, 2, 4, 6, 7, 9, 114. Stufe einen Halbton höher
Mixolydisch0, 2, 4, 5, 7, 9, 107. Stufe einen Halbton tiefer
Moll (Äolisch)0, 2, 3, 5, 7, 8, 103., 6. und 7. Stufe einen Halbton tiefer
Lokrisch0, 1, 3, 5, 6, 8, 102., 3., 5., 6. und 7. Stufe einen Halbton tiefer

Schritt für Schritt: Töne nachschlagen

  1. Wähle bei „Grundton“ den Ausgangston. Töne mit Vorzeichen stehen mit beiden Namen in der Liste, etwa „C#/Db“.
  2. Stelle „Modus“ auf „Akkord“ oder „Skala“. Das Feld „Typ“ springt dabei auf den ersten Eintrag zurück: „Dur (maj)“ bei Akkorden, „Dur (Ionisch)“ bei Skalen.
  3. Wähle unter „Typ“ die gewünschte Variante, zum Beispiel „Dominant 7“ oder „Dorisch“.
  4. Das Ergebnis nennt Grundton und Typ, etwa „G Dominant 7“, und darunter die Töne in aufsteigender Reihenfolge ab dem Grundton, der farbig hervorgehoben ist.
  5. Änderst du danach nur den Grundton, bleiben Modus und Typ erhalten. So vergleichst du schnell denselben Akkord in verschiedenen Tonarten.

Praxisbeispiele: ein Klang, mehrere Namen

Wähle „Akkord“ und den Typ „Vermindert 7“. Mit dem Grundton C zeigt der Finder C, D#, F#, A. Setzt du den Grundton auf „D#/Eb“, erscheinen D#, F#, A, C, bei „F#/Gb“ F#, A, C, D# und bei A schließlich A, C, D#, F#. Es sind jedes Mal dieselben vier Töne, nur der Anfang wandert weiter, weil die Töne gleich weit auseinanderliegen, nämlich jeweils drei Halbtöne. Welchen dieser vier Grundtöne man notiert, hängt davon ab, wohin der Akkord aufgelöst werden soll. Beim übermäßigen Dreiklang geht es nach demselben Prinzip mit drei Grundtönen: C Übermäßig ergibt C, E, G#, E Übermäßig ergibt E, G#, C, und „G#/Ab“ Übermäßig ergibt G#, C, E.

Septakkorde lassen sich außerdem als Dreiklang mit zusätzlichem Basston lesen. A Moll 7 liefert A, C, E, G, und C, E, G sind der C-Dur-Dreiklang. Ebenso steckt in E Moll 7 (E, G, B, D) der G-Dur-Dreiklang G, B, D. Das erklärt, warum Akkorde wie Am7 und C oder Em7 und G in einer Tonart so eng zusammenpassen.

Zielnoten finden: Lege Akkord und Skala nebeneinander. Töne, die in beiden Reihen stehen, sind sichere Zielnoten. Bei G Dominant 7 (G, B, D, F) und G Mixolydisch (G, A, B, C, D, E, F) sind es die vier Akkordtöne, die übrigen drei Skalentöne A, C und E eignen sich als Durchgang.

Die Grenzen des Finders

  • Es gibt zehn Akkordtypen: Dur, Moll, vermindert, übermäßig, Sus2, Sus4 sowie Major 7, Moll 7, Dominant 7 und Vermindert 7. Halbverminderte Akkorde, Sexten, Nonen und andere erweiterte Akkorde fehlen.
  • Von den zwölf Skalen steht „Melodisch Moll“ für die aufwärts gespielte Form (0, 2, 3, 5, 7, 9, 11). Abwärts wird meist das natürliche Moll gespielt.
  • Alle Töne erscheinen mit Kreuzen (siehe FAQ) und in Grundstellung ab dem Grundton. Umkehrungen, Lagen und Griffe zeigt der Finder nicht, und hören kannst du die Ergebnisse hier auch nicht.

Weiterlesen und verwandte Tools

Wie du Skalen und Akkorde in andere Tonarten überträgst und warum dabei immer dieselben Muster auftauchen, beschreibt der Ratgeber Skalen und Akkorde transponieren. Praktische Wege, Akkorde auf Gitarre, Klavier oder Ukulele zu lernen, zeigt der Ratgeber Akkorde auf dem Instrument lernen. Die Töne auf einer Klaviatur siehst du bei den Piano-Akkorden, eine Skala auf dem Bassgriffbrett bei den Bass-Skalen, und alle Akkorde einer Tonart mit ihrer Funktion findest du imHarmonielehre-Generator.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Akkord- und Skalenmodus?

Ein Akkord besteht meist aus 3–4 gleichzeitig erklingenden Tönen (z.B. Dur-Dreiklang: Grundton, Terz, Quinte). Eine Skala ist eine geordnete Tonfolge mit 5–7 Tönen, aus der sich Melodien und Improvisationen ableiten lassen. Viele Akkorde entsprechen einer Auswahl von Tönen aus einer passenden Skala.

Welche Skala passt zu welchem Akkord?

Als Faustregel für den Einstieg: Zu Dur-Akkorden passt die Dur-Skala mit demselben Grundton, bei Major 7 auch Lydisch. Zu Moll-Akkorden passen natürliches Moll, Dorisch oder die Moll-Pentatonik, zu Dominant-7-Akkorden Mixolydisch oder die Bluestonleiter. Welche Variante besser klingt, hängt vom Zusammenhang ab: Dorisch passt zum Beispiel gut zum Moll-7-Akkord auf der zweiten Stufe einer Dur-Kadenz. Vergleiche im Tool einfach verschiedene Skalen mit gleichem Grundton.

Was bedeuten die Kirchentonarten wie Dorisch oder Mixolydisch?

Das sind die sieben „Modi“ der Dur-Tonleiter – dieselben sieben Töne, aber jeweils mit einem anderen Ton als Grundton gestartet. Dadurch verschiebt sich das Muster aus Ganz- und Halbtonschritten und jeder Modus bekommt einen eigenen charakteristischen Klang.

Warum hat der maj7-Akkord vier statt drei Töne?

Ein maj7-Akkord ergänzt den Dur-Dreiklang (Grundton, große Terz, Quinte) um die große Septime (11 Halbtöne über dem Grundton). Diese vierte Stimme sorgt für den charakteristisch weichen, jazzigen Klang, den ein einfacher Dur-Dreiklang nicht hat.

Welche Skala passt zu einem Dominant-7-Akkord?

Am gebräuchlichsten ist die Mixolydische Skala, da sie exakt die Töne des Dominant-7-Akkords (Grundton, große Terz, Quinte, kleine Septime) enthält plus drei weitere Durchgangstöne. Für bluesigere Färbung wird oft die Bluestonleiter über denselben Grundton gelegt.

Warum zeigt der Finder A# und D# statt Bb und Eb?

Die Grundton-Auswahl nennt beide Namen, zum Beispiel „A#/Bb“, die Töne im Ergebnis schreibt der Finder aber immer mit Kreuzen. Wählst du Eb als Grundton und „Dur (maj)“, erscheinen D#, G und A#. Klanglich ist das Eb, G und Bb, nur der Name ist ein anderer. Für Noten oder ein Leadsheet solltest du den Ton in die zur Tonart passende Schreibweise umsetzen, in einer B-Tonart also Bb statt A#.