Ukulele-Akkorde
Griffbilder gängiger Ukulele-Akkorde in GCEA-Stimmung.
Standard-Ukulele-Stimmung (Sopran/Konzert): G4-C4-E4-A4 (reentrant).
Das Ukulele-Griffbild lesen
Die vier Saiten der Ukulele machen viele Akkorde besonders einfach zu greifen – oft reichen ein oder zwei Finger. Im Diagramm stehen die vier senkrechten Linien für die Saiten, von links nach rechts G, C, E und A, also von der vierten bis zur ersten Saite. Die vier Felder darunter sind die ersten vier Bünde, ein Punkt markiert den gegriffenen Bund, ○ über dem Sattel eine leere Saite. Weil kein Griff der Liste eine Saite auslässt, erscheint nie ein ×. Fingernummern zeigt das Tool nicht. Wähle einen Akkord aus, um das Griffbild zu sehen und ihn in der GCEA-Stimmung anzuhören.
Beispiel 1: Der Akkord „C“ wird 0-0-0-3 gegriffen (G-C-E offen, A-Saite 3. Bund) – einer der einfachsten Akkorde überhaupt und oft der erste, den Ukulele-Anfänger lernen.
Beispiel 2: Der Akkord „F“ wird 2-0-1-0 gegriffen (G-Saite 2. Bund, C offen, E-Saite 1. Bund, A offen) – zwei Finger reichen für einen vollen F-Dur-Klang.
Wofür sich die Übersicht anbietet
- Einsteiger: die ersten Akkorde eines Songs lernen, ohne Tabulaturen entziffern zu müssen.
- Bandprobe: schnell nachschlagen, wie ein selten gespielter Akkord wie B oder Bb gegriffen wird.
- Umsteiger von der Gitarre: sich an die anderen Griffformen der vier Ukulele-Saiten gewöhnen.
- Unterricht: Schülern Griffbild und Klang gemeinsam zeigen statt nur den Akkordnamen zu nennen.
Warum die reentrante Stimmung die Akkorde prägt
Die G-Saite klingt auf G4 (MIDI-Nummer 67) und damit höher als die C-Saite (C4, 60) und die E-Saite (E4, 64). Deshalb ist der tiefste klingende Ton eines Griffs nicht immer der Grundton. Beim G-Akkord (0-2-3-2) erklingen G4, D4, G4 und B4, im Deutschen H4. Der tiefste Ton ist das D4, die Quinte, der Akkord liegt also in der zweiten Umkehrung. Bei C (0-0-0-3) erklingen G4, C4, E4 und C5, hier liegt das C4 unten und der Akkord steht in Grundstellung. Bei C, Am und F bleibt die C-Saite leer, und das C4 ist jedes Mal der tiefste Ton: Der Bass bleibt bei diesen drei Griffen also liegen.
Auch der Griff 0-0-0-0 zeigt, wie stark der tiefste Ton den Namen bestimmt. Die leeren Saiten liefern C, E, G und A. Mit C unten ist das ein C6, mit A als Grundton ein Am7. Die Liste nennt den Griff Am7, beide Namen beschreiben dieselben vier Töne.
Ukulele-Griffe sind Gitarrengriffe auf vier Saiten
Eine Sopran-, Konzert- oder Tenor-Ukulele klingt wie die vier hohen Gitarrensaiten (D, G, H, E) mit Kapo auf Bund 5. Nur die G-Saite liegt höher als an der Gitarre. Als Gitarrist kennst du viele Griffe deshalb schon, sie heißen auf der Ukulele nur eine Quarte höher. Die Zahlenfolgen bleiben gleich:
| Ukulele-Akkord | Zahlenfolge G-C-E-A | Heißt mit denselben Zahlen an den vier hohen Gitarrensaiten |
|---|---|---|
| C | 0-0-0-3 | G |
| F | 2-0-1-0 | C |
| Am | 2-0-0-0 | Em |
| G | 0-2-3-2 | D |
| D | 2-2-2-0 | A |
| A | 2-1-0-0 | E |
Spieltechnik auf vier Nylonsaiten
Meist spielst du die Ukulele ohne Gurt und hältst sie mit dem rechten Unterarm gegen den Körper, damit die linke Hand frei greifen kann. Angeschlagen wird mit dem Zeigefinger, der locker aus dem Handgelenk über die Saiten fährt, oder mit dem Daumen. Beim Fingerpicking übernimmt der Daumen die G-Saite, der Zeigefinger die C-Saite, der Mittelfinger die E-Saite und der Ringfinger die A-Saite. Die Bünde liegen enger beieinander als an der Gitarre, besonders an der Sopran-Ukulele. Der Em-Griff (0-4-3-2) mit seiner Dehnung bis zum 4. Bund fällt auf größeren Instrumenten deshalb leichter.
Neue Kunststoffsaiten dehnen sich und verstimmen sich in den ersten Tagen immer wieder. Stimme die A-Saite nach einem Referenzton (A4 = 440 Hz). Die E-Saite klingt dann im 5. Bund wie die leere A-Saite, die C-Saite im 4. Bund wie die leere E-Saite, und die leere G-Saite entspricht der C-Saite im 7. Bund.
Lernreihenfolge: vom leeren Griff bis zum Barré
Wie viel Arbeit ein Griff macht, siehst du an der Zahl der gegriffenen Saiten:
- Keine Saite: Am7 (0-0-0-0).
- Eine Saite: C (0-0-0-3), C7 (0-0-0-1), Am (2-0-0-0) und A7 (0-1-0-0).
- Zwei Saiten: F (2-0-1-0) und A (2-1-0-0).
- Drei Saiten: Dm, G, G7 und Em, außerdem D (2-2-2-0), das du auch mit einem Finger als kleines Barré im 2. Bund greifen kannst.
- Vier Saiten: D7, Bb, B und Bm. Hier hilft ein Barré mit dem Zeigefinger.
Ein Einstieg, der mit wenig Aufwand viele Songs ermöglicht, ist die Folge C – Am – F – G7. Alle vier Griffe stehen in der Liste. Von C zu C7 bewegt sich nur der Finger auf der A-Saite vom 3. in den 1. Bund. Von Am zu F bleibt der Finger auf der G-Saite im 2. Bund liegen, dazu kommt der Finger auf der E-Saite im 1. Bund. Von F zu Dm bleiben beide Finger liegen, und nur die C-Saite im 2. Bund kommt neu hinzu.
Was die Liste nicht abdeckt
Die Auswahl umfasst 16 Griffe. E-Dur (4-4-4-2), Moll-Akkorde wie Gm oder Fm, Maj7- und Sus-Akkorde fehlen ebenso wie Griffe höher am Hals. Die Wiedergabe nutzt elektronische Dreieckwellen und immer die hoch liegende G-Saite. Spielst du eine Tenor-Ukulele mit tiefer G-Saite, bleiben die Griffe gleich, der Klang aber nicht: Dann liegt bei jedem Griff der tiefste Ton auf der G-Saite, eine Oktave tiefer als bei der reentranten Stimmung. Bariton-Ukulelen sind wie die vier hohen Gitarrensaiten gestimmt, ihre Griffe entsprechen den Gitarrenakkorden. Mehr zum Akkordelernen auf verschiedenen Instrumenten steht im Ratgeber Instrumenten-Akkorde lernen. Die Gitarren-Pendants findest du bei den Gitarrenakkorden, und den Kapo auf der Ukulele rechnest du mit dem Capo-Rechner um.
Häufige Fragen
Was bedeutet „reentrant“ bei der Ukulele-Stimmung?
Bei der Standardstimmung G4-C4-E4-A4 ist die vierte Saite (G) nicht die tiefste, sondern liegt höher als die C- und die E-Saite. Die Tonhöhen steigen also nicht gleichmäßig von Saite zu Saite, sondern die Reihe springt nach der G-Saite wieder nach unten. Das sorgt für den typischen, hellen und dicht gepackten Ukulele-Klang.
Warum klingen Ukulele-Akkorde anders als dieselben Akkorde auf der Gitarre?
Neben der reentranten Stimmung hat die Ukulele nur vier Saiten, und ihr Tonbereich liegt höher: Der tiefste Ton C4 ist rund 20 Halbtöne höher als das E2 der tiefsten Gitarrensaite. Derselbe Akkordname, etwa C-Dur, klingt dadurch heller und kompakter und mit einer anderen Tonverteilung als auf der sechssaitigen Gitarre.
Sind Ukulele-Akkordformen auf allen Ukulele-Größen gleich?
Die Griffformen sind bei Sopran-, Konzert- und Tenor-Ukulelen identisch, da alle drei standardmäßig in GCEA gestimmt werden. Nur die Bariton-Ukulele nutzt eine andere Stimmung (DGBE, wie die vier hohen Gitarrensaiten) und braucht deshalb andere Griffe.
Warum wird bei C-Dur die A-Saite gegriffen, obwohl die anderen drei Saiten offen bleiben?
Weil die vier Saiten offen (G-C-E-A) bereits G, C und E enthalten – die Töne eines C-Dur-Akkords –, aber zusätzlich die leere A-Saite, die als große Sexte nicht zum reinen Dreiklang gehört. Durch Greifen der A-Saite im 3. Bund wird aus dem A ein C, wodurch ein sauberer C-Dur-Klang (G-C-E-C) statt eines C6-Akkords entsteht.
Wieso wird aus Am durch Loslassen eines Fingers ein Am7?
Der Am-Griff (2-0-0-0) greift nur die G-Saite im 2. Bund und ergibt dort ein A. Damit liegt der Grundton A doppelt vor, einmal auf der G-Saite und einmal auf der leeren A-Saite. Lässt du den Finger los, klingt die G-Saite leer als G, und G ist die kleine Septime von A. Aus A-C-E-A wird G-C-E-A, also Am7 (0-0-0-0, alle Saiten offen).
Kann ich einen Kapodaster auf der Ukulele benutzen?
Ja. Auch auf der Ukulele hebt jeder Bund alle Saiten um einen Halbton an. Der C-Griff (0-0-0-3) klingt mit Kapo auf Bund 2 als D und mit Kapo auf Bund 5 als F. Die Akkordfolgen rechnest du genauso um wie bei der Gitarre, mit dem Capo-Rechner.