Gitarrenakkorde

Griffbilder gängiger Gitarrenakkorde zum Nachschlagen und Anhören.

Das Griffbild lesen

Das Diagramm zeigt das Griffbrett von vorne, mit dem Sattel als dickem Strich oben. Die sechs senkrechten Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite und rechts die hohe E-Saite, und die vier Felder darunter sind die ersten vier Bünde. Ein ausgefüllter Punkt heißt: Hier wird gegriffen. Über dem Sattel steht × für eine Saite, die du nicht anschlägst, und ○ für eine Saite, die leer mitklingt. Das Tool zeichnet weder Fingernummern noch einen Barré-Balken und zeigt immer die ersten vier Bünde. Wähle einen Akkord aus der Liste, um das Griffbild zu sehen und ihn dir direkt anzuhören.

Beispiel 1: Der offene C-Akkord wird als „x-3-2-0-1-0“ gegriffen: tiefe E-Saite nicht spielen, A-Saite 3. Bund, D-Saite 2. Bund, G-Saite offen, B-Saite 1. Bund, hohe E-Saite offen. Genau dieses Griffbild zeigt das Tool, wenn du „C“ auswählst.

Beispiel 2: Wählst du „F“, siehst du einen Barré-Griff (1-3-3-2-1-1): Der Zeigefinger liegt flach über allen sechs Saiten im 1. Bund, während drei weitere Finger die Töne im 2. und 3. Bund greifen. Diese Form kommt ohne Leersaiten aus und lässt sich auf dem ganzen Griffbrett verschieben.

Die Zahlenschreibweise: ein Akkord in einer Zeile

In Liederbüchern und Tabulaturen steht ein Griff oft als Zahlenfolge. Sie wird von der tiefen zur hohen E-Saite gelesen: Jede Zahl ist ein Bund, 0 steht für eine leere Saite, x für eine Saite, die schweigt. Das Tool zeigt diese Folge nicht an, du liest sie im Diagramm von links nach rechts ab. Zur Orientierung hier sechs Griffe aus der Liste mit den Tönen, die dabei erklingen:

AkkordZahlenfolgeTöne von tief nach hoch
Cx-3-2-0-1-0C E G C E
G3-2-0-0-0-3G H D G H G
Dx-x-0-2-3-2D A D F#
Em0-2-2-0-0-0E H E G H E
Amx-0-2-2-1-0A E A C E
E70-2-0-1-0-0E H D G# H E

Spieltechnik: So sitzt ein Griff sauber

Greife mit den Fingerspitzen und setze sie knapp hinter den Bundstab, nicht mittig im Bundfeld und nie auf den Stab selbst. Die Finger stehen steil, damit die Kuppe nur die gewünschte Saite berührt und die Nachbarsaiten frei schwingen, vor allem die leeren. Der Daumen liegt locker hinter dem Hals, etwa gegenüber dem Mittelfinger. Beim Anschlag beginnst du an der tiefsten Saite, die mitspielen soll: Bei C ist das die A-Saite, bei D die D-Saite.

Beim Barré liegt der Zeigefinger nicht ganz flach, sondern leicht auf der Kante und direkt hinter dem Bundstab. Kipp die Hand ein wenig, damit keine Gelenkfalte genau auf einer Saite sitzt. Bei F deckt der Zeigefinger den 1. Bund auf allen sechs Saiten ab, die anderen drei Finger greifen A-Saite und D-Saite im 3. Bund sowie die G-Saite im 2. Bund.

Griffe sind miteinander verwandt

Viele Griffe der Liste sind Abwandlungen voneinander, das spart Lernaufwand. Der Unterschied zwischen Dur und Moll liegt immer in der Terz, und die verschiebt sich um genau einen Bund:

  • Em zu E: Zu 0-2-2-0-0-0 kommt ein Finger auf der G-Saite im 1. Bund. Aus G wird G#, und aus Moll wird Dur (0-2-2-1-0-0).
  • Am zu A: Der Finger auf der H-Saite rutscht vom 1. in den 2. Bund, aus C wird C# (x-0-2-2-2-0).
  • Dm zu D: Nur der Finger auf der hohen E-Saite wechselt vom 1. in den 2. Bund, aus F wird F#.
  • E zu E7: Nimm den Finger von der D-Saite weg. Die leere D-Saite liefert die kleine Septime (0-2-0-1-0-0). Genauso wird aus Am ein Am7, wenn die G-Saite leer klingt.

Typische Fehler und woran du sie hörst

  • Schnarren: Der Finger sitzt zu weit vom Bundstab entfernt oder drückt zu schwach.
  • Eine Saite klingt dumpf oder tot: Ein Nachbarfinger berührt sie, bei C oft die hohe E-Saite. Zupfe die Saiten einzeln nacheinander an, dann findest du die Schuldige schnell.
  • Falsche Basssaite: Klingt bei D die tiefe E-Saite mit, reibt der Ton E gegen den Akkord. Bei C wird daraus ein C mit E im Bass, was zwar möglich, aber ein anderer Klang ist.
  • Barré klingt matt: Meist liegt der Zeigefinger nicht direkt hinter dem Bundstab oder drückt nicht fest genug. Der Daumen hinter dem Hals gibt dabei den Gegendruck.
  • Wechsel zu langsam: Suche Ankerfinger. Von C nach Am bleiben B-Saite (1. Bund) und D-Saite (2. Bund) liegen, nur der Finger der A-Saite wandert auf die G-Saite. Von D nach Dm bewegt sich nur ein Finger.

Eine mögliche Lernreihenfolge

  1. Em und Am: wenige Finger, kaum Dehnung, und beide Griffe sehen sich ähnlich.
  2. E und A, danach D und Dm: Hier übst du Dur und Moll als Terzwechsel.
  3. C und G: Beide verlangen eine größere Dehnung der Finger.
  4. Die Septakkorde E7, A7, D7, G7, C7, Am7, Dm7 und Em7: Sie sind Abwandlungen der Griffe von eben.
  5. Zuletzt die Barré-Griffe F, Fm und Bm sowie B7.

Schon vier Griffe aus der Liste tragen viele Songs: G, D, Em und C ergeben die Folge I–V–vi–IV in G-Dur. Mit Kapo auf Bund 2 wird daraus A, E, F#m und D, ohne dass du neue Griffe lernen musst.

Was die Sammlung nicht abdeckt

Die Liste zeigt pro Akkord genau einen bewährten Griff. Für fast jeden Akkord gibt es weitere Lagen auf dem Griffbrett, die hier fehlen. Maj7-, Sus-, Add9- und verminderte Akkorde sind nicht enthalten, ebenso wenig Griffe in Tonarten wie Bb, Eb oder Ab oder Moll-Akkorde wie Gm und Cm. Für den Weg dorthin hilft dir der Capo-Rechner, der dieselben Formen in andere Tonarten schiebt. Mehr zum Lernen von Akkorden auf verschiedenen Instrumenten steht im RatgeberInstrumenten-Akkorde lernen. Wie sich Dur, Moll und Septakkorde klanglich unterscheiden, kannst du mit Akkorde hörentrainieren.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Symbole × und ○ über dem Griffbild?

× über einer Saite bedeutet: nicht anschlagen oder abdämpfen. ○ bedeutet: die Saite leer, also ohne Finger, mitklingen lassen. Jeder ausgefüllte Punkt zeigt, auf welchem Bund du die Saite greifst. Welchen Finger du dafür nimmst, zeigt das Tool nicht. Das entscheidest du nach Griffgefühl und Akkordwechsel.

Was ist ein Barré-Akkord und warum ist er schwerer?

Bei einem Barré-Griff (z.B. F oder Fm) legt ein Finger flach über mehrere oder alle Saiten gleichzeitig, während die anderen Finger zusätzliche Töne greifen. Das erfordert mehr Kraft und Übung als offene Akkorde, ermöglicht aber, dieselbe Griffform in jede Tonart zu verschieben.

Warum klingen die Saiten beim Anhören nacheinander statt gleichzeitig?

Die Wiedergabe schlägt die Saiten von tief nach hoch im Abstand von 50 Millisekunden an, wie ein langsamer Anschlag mit dem Plektrum. Das klingt natürlicher als ein exakt gleichzeitiger Einsatz. Erzeugt werden elektronische Dreieckwellen, die jeweils rund 1,4 Sekunden ausklingen. Ein echter Gitarrenklang ist das nicht, aber zum Prüfen der Töne reicht es.

Warum sind manche Akkorde wie B7 schwerer zu greifen als andere?

Bei B7 (x-2-1-2-0-2) greifen vier Finger vier Saiten eng nebeneinander in den Bünden 1 und 2, und dazwischen muss die leere H-Saite frei klingen. Anders als bei C oder G nehmen dir kaum Leersaiten Arbeit ab. Das verlangt Fingerunabhängigkeit und Übung.

Kann ich aus den Barré-Formen wie F auch andere Akkorde ableiten?

Ja. Der F-Griff (1-3-3-2-1-1) hat keine Leersaiten und lässt sich deshalb über das ganze Griffbrett verschieben. Der Grundton F liegt auf der tiefen E-Saite im 1. Bund. Rutschst du die gesamte Form zwei Bünde höher, liegt der Grundton im 3. Bund, und derselbe Griff (3-5-5-4-3-3) ergibt G-Dur. Mit der Moll-Form Fm funktioniert das genauso.

Warum steht hier B7 und Bm, während in meinem Liederbuch H7 und Hm steht?

Das Tool nutzt die internationale Schreibweise, in der der Ton H schlicht B heißt. B7 und Bm sind also die Akkorde, die im deutschen Sprachgebrauch H7 und Hm heißen. Das deutsche B entspricht international Bb, und ein Bb-Akkord gehört nicht zu den 20 Griffen dieser Liste.