Bass-Skalen

Skalen auf dem 4-saitigen Bass-Griffbrett visualisieren.

4-saitiger Bass in Standardstimmung (E-A-D-G), Bünde 0–12. Grundton hervorgehoben.

So funktioniert's

Wähle unter „Grundton“ einen der zwölf Töne und unter „Skala“ eine von zwölf Skalen: Dur (Ionisch), Moll (Äolisch), Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Lokrisch, Harmonisch Moll, Melodisch Moll, Dur-Pentatonik, Moll-Pentatonik oder Bluestonleiter. Das Tool markiert alle passenden Töne auf dem virtuellen Griffbrett, über alle vier Saiten und die Bünde 0 bis 12 hinweg. Der Grundton ist farblich hervorgehoben, sodass du sofort erkennst, wo sich stabile Ausgangspunkte für Basslinien und Läufe befinden.

Die Saiten stehen wie in einer Bass-Tabulatur: oben die G-Saite, darunter D und A, ganz unten die tiefe E-Saite. Der dicke senkrechte Strich links ist der Sattel, ein Punkt links davon steht für die leere Saite. Jeder Punkt rechts vom Sattel liegt in einem Bundfeld, und die Zahlen 3, 5, 7, 9 und 12 unter dem Griffbrett nummerieren die Felder. Notennamen stehen nicht in den Punkten, du erkennst jeden Ton an Saite und Bund. Die Bundabstände sind gleichmäßig gezeichnet, am echten Bass werden sie zum Korpus hin enger.

Beispiel 1: Wähle A als Grundton und Moll-Pentatonik als Skala. Das Tool markiert die Töne A, C, D, E und G auf dem Griffbrett – die A-Moll-Pentatonik, eine verbreitete Skala für Basslinien in Rock, Funk und Blues. Weil alle vier leeren Saiten (E, A, D und G) dazugehören, trägt jede Saite sechs Punkte, zusammen sind es 24, davon fünf Grundton-Punkte. Im Bereich der Bünde 5 bis 8 bleiben pro Saite zwei Punkte übrig: auf der E-Saite die Bünde 5 und 8, auf A-, D- und G-Saite jeweils 5 und 7. Das ist die bekannte Pentatonik-Box.

Beispiel 2: Mit G als Grundton und Dur (Ionisch) als Skala zeigt das Tool G, A, B, C, D, E und F# – die G-Dur-Tonleiter. Über alle vier Saiten verteilt ergeben sich mehrere Positionen, an denen sich derselbe Ton greifen lässt.

Wann brauchst du die Bass-Skalen-Übersicht?

  • Bandprobe: schnell prüfen, welche Töne zu einem Akkord passen, wenn spontan ein Solo oder Fill gefragt ist.
  • Songwriting: eine Basslinie entwickeln, die harmonisch zur Akkordfolge des Songs passt.
  • Üben: neue Skalen systematisch über das gesamte Griffbrett lernen statt nur in einer Lage.
  • Unterricht: Lehrer und Schüler sehen gemeinsam, wo sich Skalentöne wiederholen und wie Fingersätze aufgebaut werden können.

Quartenstimmung: warum der Bass so übersichtlich ist

Die vier Saiten sind auf E1, A1, D2 und G2 gestimmt, also wie die vier tiefsten Gitarrensaiten, nur eine Oktave tiefer. Das Tool zählt das mittlere C als C4, deshalb trägt die tiefe E-Saite die MIDI-Nummer 28. Manche Programme zählen um eine Oktave versetzt und nennen sie E0. Die Frequenzen gelten für gleichstufige Stimmung mit dem Kammerton A4 = 440 Hz:

SaiteTonMit OktavzahlMIDI-NummerFrequenz
4 (tiefste)EE12841,20 Hz
3AA13355,00 Hz
2DD23873,42 Hz
1 (höchste)GG24398,00 Hz

Jede Saite liegt genau fünf Halbtöne über der nächsttieferen, eine Quarte. Daraus ergeben sich zwei Eigenschaften, die du im Tool sofort siehst:

  • Derselbe Ton an mehreren Stellen: Wähle A als Grundton. Das A im 5. Bund der E-Saite klingt exakt wie die leere A-Saite (A1). Eine Oktave höher, als A2, liegt es im 12. Bund der A-Saite, im 7. Bund der D-Saite und im 2. Bund der G-Saite. Das Tool zeigt deshalb fünf Grundton-Punkte.
  • Eine Form auf jedem Saitenpaar: Ein Muster, das du mit bestimmten Bundzahlen auf E- und A-Saite spielst, wiederholst du mit denselben Zahlen auf A- und D-Saite und dann auf D- und G-Saite. Es klingt jeweils eine Quarte höher. Bei der Gitarre geht das nicht über die H-Saite hinweg, weil zwischen G und H nur vier Halbtöne liegen.

Dieselbe Quartenstimmung macht das Stimmen nach Gehör leicht: Die E-Saite im 5. Bund klingt wie die leere A-Saite, die A-Saite im 5. Bund wie die leere D-Saite und die D-Saite im 5. Bund wie die leere G-Saite. Eine Ausnahme wie bei der Gitarre gibt es nicht. Mehr zum Stimmen und zu den Frequenzen steht im RatgeberGitarre stimmen und Kapodaster.

Zwei Praxisbeispiele für Lage und Muster

Beispiel 3: Dorisch oder Äolisch über Dm7? Wähle D als Grundton und schalte zwischen „Dorisch“ und „Moll (Äolisch)“ um. Dorisch markiert D, E, F, G, A, B und C, Äolisch statt des B ein A#, das Bb. Genau vier Punkte ändern sich, und jeder rückt einen Bund in Richtung Sattel: auf der E-Saite von Bund 7 auf 6, auf der A-Saite von 2 auf 1, auf der D-Saite von 9 auf 8 und auf der G-Saite von 4 auf 3. Welche Variante passt, entscheidet die Harmonie. In C-Dur ist Dm7 die zweite Stufe, und über ihr passen die Töne der C-Dur-Tonleiter, also Dorisch mit dem B. Steht dagegen ein Bb-Dur-Akkord in der Folge, etwa in d-Moll, passt das Bb des Äolischen.

Beispiel 4: Grundton, Quinte, Oktave. Wähle G als Grundton und Dur-Pentatonik. Das G im 3. Bund der E-Saite hat zwei Nachbarn, die zu den klassischen Bassfiguren gehören: das D im 5. Bund der A-Saite ist die Quinte, das G im 5. Bund der D-Saite die Oktave. Die Form lautet: Grundton im Bund n, Quinte und Oktave jeweils im Bund n+2 auf den nächsten beiden Saiten. Sie lässt sich auf jeden Grundton übertragen, der auf der E- oder A-Saite liegt. Liegt der Grundton C auf der A-Saite im 3. Bund, ist das G im 5. Bund der D-Saite die Quinte und das C im 5. Bund der G-Saite die Oktave.

Schritt für Schritt: von der Skala zur Linie

  1. Wähle unter „Grundton“ den Ton, auf dem der Songteil steht. Bei Tönen mit Vorzeichen nennt die Liste beide Namen, etwa „A#/Bb“.
  2. Wähle unter „Skala“ den Tonvorrat, zum Beispiel „Moll-Pentatonik“.
  3. Suche die farblich hervorgehobenen Grundton-Punkte und such dir einen in bequemer Lage aus, meist auf der E- oder A-Saite.
  4. Greife die Skalentöne rund um diese Stelle. Eine Lage von vier benachbarten Bünden bietet sich an, weil dann jeder Finger einen Bund übernehmen kann.
  5. Wiederhole dasselbe Muster in einer zweiten Lage, etwa eine Oktave höher, bis du die Töne an mehreren Stellen findest.

Grenzen des Tools und typische Stolpersteine

  • Tonvorrat, kein Akkord: Die Punkte zeigen alle Töne der Skala, nicht, welche über einem bestimmten Akkord tragen. Die Dur-Tonleiter über einen Moll-Akkord zu spielen klingt schnell schief, auch wenn einzelne Töne zur Tonart gehören. Betone über dem Akkord zuerst Grundton, Terz und Quinte.
  • Keine Unterscheidung nach Tonhöhe: Das Tool markiert jeden Ton in allen Oktaven gleich. Welche Punkte zum selben Ton gehören, rechnest du selbst: Zwischen benachbarten Saiten sind es fünf Bünde Unterschied.
  • Nur ein Instrumententyp: Gezeigt wird ein Viersaiter in Standardstimmung E-A-D-G, ohne Fünfsaiter, ohne Alternativstimmungen, ohne Fingersätze und ohne Notennamen in den Punkten.
  • Gleiche Bundabstände: Das Bild ist ein Schema. Am echten Bass liegen die Bünde in der Nähe des Stegs enger.

Wie sich Modi, Pentatonik und Bluestonleiter aus Halbtonschritten ergeben, erklärt der RatgeberSkalen, Akkordaufbau und Transponieren. Die Töne einer Skala als Notennamen liefert der Akkord- und Skalenfinder, Frequenzen und MIDI-Nummern beliebiger Töne derFrequenz-Note-Konverter, und Abstände zwischen zwei Tönen übst du im Intervalltrainer.

Häufige Fragen

Warum wiederholen sich die Skalentöne auf mehreren Saiten?

Weil die Saiten nur fünf Halbtöne auseinanderliegen, überlappen sich ihre Tonbereiche. Das A im 5. Bund der E-Saite klingt zum Beispiel exakt wie die leere A-Saite, und eine Oktave höher gibt es dasselbe A gleich an drei Stellen. Das Tool markiert alle diese Stellen. So kannst du je nach Fingersatz und nächstem Ton die Lage wählen, in der ein Lauf am bequemsten liegt, ohne die Hand weit zu verschieben.

Welche Skala sollte ich als Bassist zuerst lernen?

Die Moll-Pentatonik ist ein guter Start: nur fünf Töne, in vielen Rock-, Funk- und Blues-Basslinien zu finden und leicht über das Griffbrett zu verschieben. Danach lohnt sich die natürliche Moll- bzw. Dur-Tonleiter für vollere Melodielinien.

Wie hilft mir diese Übersicht beim Basslinien-Schreiben?

Sie zeigt dir auf einen Blick alle Töne einer Tonart oder Skala. Der hervorgehobene Grundton dient als sicherer Ankerpunkt, von dem aus du Linien mit den übrigen Skalentönen aufbaust. Welche Töne zu einem bestimmten Akkord gehören, zeigt das Tool dagegen nicht: Das prüfst du, indem du die Skala mit den Akkordtönen vergleichst, etwa mit der Liste im Akkord- und Skalenfinder.

Warum sehen die Skalenmuster auf dem Bass anders aus als auf der Gitarre?

Der Bass ist komplett in Quarten gestimmt (E-A-D-G, jeweils 5 Halbtöne Abstand), während bei der Gitarre zwischen der G- und der H-Saite nur eine große Terz mit 4 Halbtönen liegt. Auf dem Bass lässt sich deshalb ein Griffmuster mit denselben Bundzahlen auf jedem Saitenpaar wiederholen, es klingt dann eine Quarte höher. Das erleichtert das Auswendiglernen von Fingersätzen.

Was bedeuten die Zahlen unter dem Griffbrett?

Die Zahlen 3, 5, 7, 9 und 12 stehen unter dem jeweiligen Bundfeld und helfen dir beim Orientieren. An diesen Stellen sitzen auf vielen Bässen Markierungen im Griffbrett, sodass du dich auch am echten Instrument schnell zurechtfindest. Der 12. Bund ist die Oktave: Dort klingt jede Saite eine Oktave höher als leer.

Gilt die Übersicht auch für einen Fünfsaiter oder andere Stimmungen?

Das Tool zeigt nur einen Viersaiter in Standardstimmung E-A-D-G mit den Bünden 0 bis 12. Bei einem Fünfsaiter mit tiefer H-Saite bleiben die vier gezeigten Saiten gleich, die zusätzliche Saite liegt eine Quarte unter der E-Saite und fehlt im Bild. Bei anderen Stimmungen wie Drop D passt das Bild nur für die Saiten, die unverändert bleiben.