Piano-Akkorde

Akkorde auf einer virtuellen Klaviatur visualisieren.

So funktioniert's

Wähle unter „Grundton“ einen der zwölf Töne und unter „Akkordtyp“ eine von zehn Akkordarten: Dur (maj), Moll (min), Vermindert (dim), Übermäßig (aug), Sus2, Sus4, Major 7, Moll 7, Dominant 7 oder Vermindert 7. Das Tool berechnet die zugehörigen Töne und markiert sie auf einer Klaviatur mit zwei Oktaven, also 14 weißen und 10 schwarzen Tasten. Der Grundton hat eine eigene Farbe, die übrigen Akkordtöne eine zweite. Unter der Klaviatur stehen die Töne als Notennamen, der Grundton zuerst. Praktisch zum Nachschlagen von Akkorden oder als visuelle Lernhilfe beim Klavierspiel.

Beispiel 1: Grundton C mit Akkordtyp „Dominant 7“ markiert C, E, G und A# (enharmonisch Bb) auf der Klaviatur – der C7-Akkord, wie er im Blues auf der ersten Stufe oder als V7 vor einem F-Dur-Akkord auftaucht.

Beispiel 2: Grundton F# mit Akkordtyp „Moll“ markiert F#, A und C# – der F#-Moll-Dreiklang. Gerade bei vorzeichenreichen Tonarten wie dieser hilft die visuelle Tastenmarkierung, den Akkord schneller zu finden als über reines Kopfrechnen.

Wann brauchst du die Piano-Akkord-Übersicht?

  • Songwriting am Klavier: schnell die Töne eines Akkords sehen, ohne Notenblatt.
  • Unterricht: Schülern visuell zeigen, wie sich Dur, Moll und Septakkorde auf der Tastatur unterscheiden.
  • Arrangement: für ein Bandarrangement nachschlagen, welche Töne ein Keyboarder für einen bestimmten Akkord greifen soll.
  • Ohne Notenkenntnisse: Akkorde nachspielen, auch wenn du (noch) keine Noten liest.

Die Klaviatur als Landkarte der Halbtöne

Auf dem Klavier liegt jeder Halbton auf der nächsten Taste, egal ob schwarz oder weiß. Einen Akkord findest du deshalb durch Abzählen: Beim Dur-Dreiklang gehst du vom Grundton vier Tasten nach oben zur Terz und von dort drei weitere Tasten zur Quinte, die damit sieben Tasten über dem Grundton liegt. Auf C ergibt das C – C# – D – D# – E und weiter F – F# – G, also die Töne C, E und G. Beim Moll-Dreiklang rückt die Terz eine Taste nach unten, aus E wird D#. Zur Orientierung dient die Anordnung der schwarzen Tasten: Das C ist die weiße Taste unmittelbar links von der Zweiergruppe.

Die Tabelle zeigt alle zehn Akkordtypen des Tools auf C, so wie die Notennamen unter der Klaviatur erscheinen. Das Tool schreibt internationale Namen, das deutsche H heißt dort B.

AkkordtypHalbtöne ab GrundtonTöne auf CSchwarze Tasten
Dur (maj)0, 4, 7C E Gkeine
Moll (min)0, 3, 7C D# GD#
Vermindert (dim)0, 3, 6C D# F#D#, F#
Übermäßig (aug)0, 4, 8C E G#G#
Sus20, 2, 7C D Gkeine
Sus40, 5, 7C F Gkeine
Major 70, 4, 7, 11C E G Bkeine
Moll 70, 3, 7, 10C D# G A#D#, A#
Dominant 70, 4, 7, 10C E G A#A#
Vermindert 70, 3, 6, 9C D# F# AD#, F#

Auf C liegen Dur, Sus2, Sus4 und Major 7 komplett auf weißen Tasten. Dasselbe gilt für alle sieben Dreiklänge der C-Dur-Tonleiter: C, Dm, Em, F, G, Am und der verminderte Dreiklang auf B. Wer anfängt, übt deshalb zuerst auf weißen Tasten und tauscht dann einzelne Töne gegen schwarze aus.

Umkehrungen und Lagen: derselbe Akkord an anderen Tasten

Das Tool markiert jeden Akkordton in beiden Oktaven und gibt keine Reihenfolge vor. Welcher Ton unten liegt, entscheidest du selbst, und genau das unterscheidet Grundstellung und Umkehrungen. Die Tabelle zeigt es für C-Dur. Die MIDI-Nummer 60 gehört zum mittleren C, das auf musiker-tools.de C4 heißt; manche DAWs nennen es C3.

LageTöne von unten nach obenMIDI-NummernTiefster Ton
GrundstellungC4 E4 G460 64 67Grundton C
1. UmkehrungE4 G4 C564 67 72Terz E
2. UmkehrungG3 C4 E455 60 64Quinte G

Der praktische Nutzen zeigt sich beim Akkordwechsel. Von C-Dur (C4 E4 G4) zu F-Dur in Grundstellung (F4 A4 C5) müsste jeder Finger fünf Halbtöne springen, zusammen also fünfzehn. Greifst du F-Dur dagegen in der zweiten Umkehrung (C4 F4 A4, MIDI 60 65 69), bleibt das C liegen, das E rückt einen Halbton zum F und das G zwei Halbtöne zum A. Insgesamt bewegen sich die Finger nur um drei Halbtöne. Mit dem Tool findest du solche Wege, indem du erst C-Dur wählst, dir die markierten Tasten merkst und dann F-Dur wählst: Das C ist in beiden Akkorden markiert und dient als gemeinsamer Ton.

Bei Septakkorden lohnt der Blick auf zwei Töne. Im Dominant-7-Akkord auf C liegen E und A# (Bb) sechs Halbtöne auseinander, ein Tritonus. Dieses Intervall drängt zur Auflösung: Führst du C7 nach F-Dur, rückt das E einen Halbton nach oben zum F und das A# einen Halbton nach unten zum A. Die Hand bewegt sich dabei kaum.

Schritt für Schritt: Akkord ablesen und spielen

  1. Wähle unter „Grundton“ den Ton, auf dem der Akkord stehen soll. Für schwarze Tasten nennt die Liste beide Namen, etwa „D#/Eb“.
  2. Wähle unter „Akkordtyp“ die Akkordart, zum Beispiel „Moll 7“.
  3. Lies die markierten Tasten ab. Der Grundton ist anders gefärbt als die übrigen Akkordtöne, und unter der Klaviatur stehen die Töne als Notennamen.
  4. Suche dir für jeden Ton eine der beiden markierten Tasten aus. Liegen alle Töne nahe beieinander, passt der Akkord bequem unter eine Hand.
  5. Spiele die Töne zusammen und wechsle dann zum nächsten Akkord deiner Folge. Achte darauf, welche Töne gleich bleiben.

Grenzen der Übersicht

  • Kein Klang: Die Tasten sind nur Anzeige, sie lassen sich nicht anklicken, und es erklingt nichts.
  • Keine Fingersätze: Üblich ist für einen Dreiklang in Grundstellung in der rechten Hand Daumen, Mittelfinger und kleiner Finger. Den Fingersatz zeigt das Tool nicht.
  • Gleiche Tasten, mehrere Grundtöne: Der übermäßige Dreiklang C, E, G# besteht aus denselben Tasten wie E-aug und G#-aug, und der verminderte Septakkord C, D#, F#, A teilt sich seine Tasten mit D#-dim7, F#-dim7 und A-dim7. Das Tool färbt dann nur einen anderen Ton als Grundton.
  • Begrenzte Auswahl: Zehn Akkordtypen sind hinterlegt. Add9-, Sext- und halbverminderte Akkorde fehlen.

Wie Akkorde aus Halbtonabständen entstehen, erklärt der RatgeberSkalen, Akkordaufbau und Transponieren. Mehr dazu im Ratgeber Instrumenten-Akkorde lernen. Welche Akkorde zu einer Tonart gehören, zeigt derHarmonielehre-Generator, die Töne beliebiger Akkorde und Skalen als Liste der Akkord- und Skalenfinder. Wie Dur, Moll, vermindert und übermäßig klingen, übst du mitAkkorde hören.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen Akkord auf der Klaviatur, ohne Noten zu lesen?

Wähle den Grundton und den Akkordtyp aus. Die passenden Tasten werden direkt auf der virtuellen Klaviatur markiert, der Grundton in einer eigenen Farbe und die übrigen Akkordtöne in einer zweiten. Darunter stehen die Töne als Notennamen. So lässt sich ein Akkord auch ohne Notenkenntnisse visuell nachspielen.

Warum sind manche Akkordtöne doppelt markiert?

Die Klaviatur zeigt zwei Oktaven, deshalb erscheint jeder Akkordton an zwei Positionen, einmal in der unteren und einmal in der oberen Oktave. Das Tool markiert immer alle passenden Tasten und gibt keine Reihenfolge vor. Du suchst dir die Lage aus, in der der Akkord bequem unter die Hand passt, und bestimmst damit selbst, ob er in Grundstellung oder als Umkehrung klingt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Dreiklang und einem Septakkord am Klavier?

Ein Dreiklang besteht aus drei Tönen (Grundton, Terz, Quinte), ein Septakkord fügt als vierten Ton die Septime hinzu und klingt dadurch farbiger. In der Liste sind das Major 7, Moll 7, Dominant 7 und Vermindert 7. Beim Spielen kommt für den vierten Ton ein weiterer Finger dazu.

Was ist der Unterschied zwischen einem Dur- und einem Moll-Dreiklang?

Der Unterschied liegt in der Terz: Ein Dur-Dreiklang hat eine große Terz (4 Halbtöne) zwischen Grundton und zweitem Ton, ein Moll-Dreiklang eine kleine Terz (3 Halbtöne). Die Quinte (7 Halbtöne zum Grundton) ist bei beiden gleich – nur dieser eine Ton entscheidet über den hellen (Dur) oder dunklen (Moll) Klangcharakter.

Was bedeutet „sus2“ bzw. „sus4“?

„Sus“ steht für „suspended“, also in der Schwebe gehalten: Statt der Terz wird die zweite (Sus2) oder die vierte Stufe (Sus4) gespielt. Dadurch klingt der Akkord weder eindeutig Dur noch Moll, sondern schwebend und unaufgelöst. Oft ist er ein Durchgang, der sich zurück zum normalen Dur- oder Moll-Akkord auflöst.

Warum steht bei Ab-Dur G# statt Ab?

Das Tool schreibt alle Töne mit Kreuzen und fasst Namen derselben Taste im Grundton-Menü zusammen, etwa „G#/Ab“. Für Ab-Dur zeigt es deshalb G#, C und D#, in Noten würdest du Ab, C und Eb lesen. Die markierten Tasten sind identisch, nur die Schreibweise unterscheidet sich. Für das Spielen am Klavier ändert das nichts.