Sample-Rate-Rechner
Dateigröße einer unkomprimierten WAV-Datei aus Samplerate, Bittiefe und Länge berechnen.
– MB
| Pro Minute | Pro Stunde |
|---|---|
| – | – |
So funktioniert's
Unkomprimierte Audiodateien (WAV/PCM) berechnen sich einfach: Samplerate × Bittiefe ÷ 8 × Kanäle × Dauer in Sekunden. Der Rechner hilft dir, vorab abzuschätzen, wie viel Speicherplatz eine Aufnahme benötigt – nützlich bei der Planung von Sessions mit vielen Spuren, bei begrenztem Speicherplatz oder um Übertragungszeiten für große Projektdateien einzuschätzen.
Beispiele
Beispiel 1: Bei 48 kHz, 24 Bit, Stereo und 3:30 Minuten (210 Sekunden) ergibt sich eine Datenrate von 48.000 × 3 × 2 = 288.000 Byte/s, macht insgesamt rund 57,68 MB unkomprimiert.
Beispiel 2: Bei 96 kHz, 24 Bit über 8 Kanäle (z.B. Multitrack-Recording einer ganzen Band) für eine Stunde (3600 Sekunden) wächst das bereits auf rund 7,72 GB – ein Grund, warum Multitrack-Sessions schnell viel Speicherplatz brauchen.
Wann brauchst du den Sample-Rate-Rechner?
- Session-Planung: vorab abschätzen, wie viel Speicherplatz eine geplante Aufnahmesitzung mit mehreren Spuren braucht.
- Backup/Transfer: einschätzen, wie lange das Hochladen oder Sichern großer Projektdateien dauert.
- Formatwahl: abwägen, ob eine höhere Samplerate/Bittiefe den zusätzlichen Speicherbedarf für dein Projekt wert ist.
Schritt für Schritt: Dateigröße berechnen
- Wähle unter „Samplerate“ einen Wert von 44.1 kHz bis 192 kHz. Voreingestellt sind 48 kHz.
- Stelle unter „Bittiefe“ 16, 24 oder 32 Bit ein. Voreingestellt sind 24 Bit.
- Wähle unter „Kanäle“ Mono, Stereo oder „8 (Surround/Multitrack)“. Voreingestellt ist Stereo.
- Trage unter „Länge (mm:ss)“ die Dauer ein, etwa 3:30. Das Tool versteht auch 1:05:00 für Stunden, Minuten und Sekunden oder eine reine Sekundenzahl wie 210. Sekundenbruchteile schreibst du mit Punkt.
- Lies die Gesamtgröße im großen Feld ab. Darunter steht die Datenrate in KB/s, und die Tabelle nennt die Größe „Pro Minute“ und „Pro Stunde“.
Samplerate und Aliasing: was eine höhere Rate bringt
Jede Samplerate hat eine Obergrenze: die halbe Samplerate. Töne darüber lassen sich nicht abbilden. Entstehen sie trotzdem, etwa weil ein Sättigungs-Plugin aus einem 15-kHz-Ton eine dritte Harmonische bei 45 kHz erzeugt, werden sie an dieser Grenze gespiegelt. Bei 44,1 kHz Samplerate und einer Grenze von 22,05 kHz erscheint dieser Ton als 45 − 44,1 = 0,9 kHz, also bei 900 Hz mitten im Hörbereich und ohne harmonischen Bezug zum Original. Bei 96 kHz liegt die Grenze bei 48 kHz, die Harmonische bleibt bei 45 kHz und damit außerhalb des Hörbereichs. Dieses Zurückspiegeln heißt Aliasing, und weniger davon ist der handfeste Vorteil höherer Sampleraten bei der Verarbeitung. Der Preis ist die doppelte Datenmenge. Viele Plugins vermeiden Aliasing deshalb mit eigenem Oversampling und rechnen dann intern kurzzeitig mit einer höheren Rate.
Wie viel die Entscheidung kostet, zeigt die folgende Tabelle für Stereoaufnahmen, so wie der Rechner sie in den Spalten „Pro Minute“ und „Pro Stunde“ ausgibt. Er schreibt Dezimalstellen mit Punkt, etwa 10.09 MB.
| Einstellung | Datenrate | Pro Minute | Pro Stunde |
|---|---|---|---|
| 44,1 kHz, 16 Bit | 176.400 Byte/s | 10,09 MB | 605,62 MB |
| 48 kHz, 24 Bit | 288.000 Byte/s | 16,48 MB | 988,77 MB |
| 96 kHz, 24 Bit | 576.000 Byte/s | 32,96 MB | 1,93 GB |
| 192 kHz, 32 Bit | 1.536.000 Byte/s | 87,89 MB | 5,15 GB |
Beispiel 3: Ein Podcast-Gespräch von einer Stunde (1:00:00) als Mono-Aufnahme. Bei 48 kHz und 24 Bit sind das 48.000 × 3 × 1 = 144.000 Byte/s und damit 518.400.000 Byte, im Rechner 494,38 MB. Mit 44,1 kHz und 16 Bit sinkt die Datenrate auf 88.200 Byte/s, die Datei hat dann 317.520.000 Byte oder 302,81 MB, rund 39 Prozent weniger. Nimmst du zwei Sprecher auf getrennten Monospuren auf, verdoppelt sich das auf die 988,77 MB einer Stereostunde aus der Tabelle.
Grenzen und typische Fehler
- Zwei Zählweisen: Der Rechner teilt durch 1.024 (KB), 1.048.576 (MB) und 1.073.741.824 (GB). Dezimal gezählt, wie es viele Dateimanager und Speicherhersteller tun, hat die Beispieldatei aus 3:30 Minuten, 48 kHz, 24 Bit und Stereo 60,48 MB statt 57,68 MB.
- Länge falsch eingegeben: Ein Dezimalkomma versteht das Feld nicht, aus 3,5 werden 3 Sekunden. Nicht lesbare Eingaben zählen als null Sekunden, und das Ergebnis springt auf 0 KB.
- Nur Audiodaten: Der Rechner zählt den reinen PCM-Datenstrom. Dateikopf und Metadaten kommen je nach Programm hinzu, meist nur wenige Kilobyte.
- 32 Bit: Ob die Samples als Ganzzahl oder als Gleitkommazahl vorliegen, ändert die Größe nicht, jedes Sample belegt vier Byte.
- Reserve: Zusätzliche Takes, gebouncte Zwischenstände und Backups brauchen zusätzlich Platz, plane großzügig.
Der Rechner geht von unkomprimiertem PCM/WAV aus. Für MP3 und AAC mit fester Bitrate eignet sich derBitrate-Rechner. Die Größe einer FLAC-Datei lässt sich dagegen nicht vorausberechnen, sie hängt vom Material ab und fällt kleiner aus als die WAV-Größe. Warum klassische WAV-Dateien bei etwa 4 GB enden und welche Einstellung für welchen Zweck sinnvoll ist, steht im RatgeberSamplerate, Bittiefe und Bitrate. Was die Bittiefe für den Dynamikumfang bedeutet, rechnest du im dB-Rechner nach.
Häufige Fragen
Bringt eine höhere Samplerate als 48 kHz wirklich hörbar bessere Qualität?
Für die reine Wiedergabe ist der Unterschied zwischen 48 kHz und 96 kHz für die meisten Menschen minimal bis nicht wahrnehmbar: Das Gehör reicht höchstens bis etwa 20 kHz, und das Abtasttheorem verlangt nur mehr als die doppelte Frequenz des höchsten Anteils. Höhere Sampleraten können aber bei der Verarbeitung helfen. Plugins mit nichtlinearen Prozessen wie Sättigung oder Verzerrung erzeugen Obertöne oberhalb der halben Samplerate, die als Aliasing in den hörbaren Bereich zurückgespiegelt werden. Je höher die Samplerate, desto weniger davon landet im Hörbereich. Dafür verdoppelt sich die Datenmenge.
Warum ist 24 Bit der gängige Studio-Standard statt 16 Bit?
24 Bit bietet einen deutlich größeren Dynamikumfang (theoretisch rund 144 dB statt rund 96 dB bei 16 Bit) und damit mehr Reserve beim Aufnehmen und Mischen. In der Praxis setzt das Rauschen der Elektronik die nutzbare Grenze deutlich früher. Für eine CD wird am Ende auf 16 Bit heruntergerechnet, dann mit Dithering.
Wie groß wird eine typische 3-Minuten-Aufnahme in CD-Qualität?
Bei 44,1 kHz, 16 Bit, Stereo und 3 Minuten Länge sind es 176.400 Byte pro Sekunde und damit 31.752.000 Byte, im Rechner rund 30,28 MB. Das ist deutlich mehr als bei einer MP3-Datei gleicher Länge, da WAV keine Kompression nutzt.
Wie berechnet sich die Dateigröße genau?
Byte pro Sekunde = Samplerate × (Bittiefe ÷ 8) × Kanalzahl. Bei 48 kHz, 24 Bit, Stereo ergibt das 48.000 × 3 × 2 = 288.000 Byte/s, bei 3:30 Minuten (210 Sekunden) also 60.480.000 Byte. Der Rechner teilt durch 1.048.576 und zeigt rund 57,68 MB an.
Wie stark wächst die Dateigröße bei einer mehrspurigen Aufnahme?
Jede zusätzliche Spur multipliziert die Datenrate direkt mit. Eine Stunde bei 96 kHz und 24 Bit über 8 Kanäle (Surround/Multitrack) ergibt bereits rund 7,72 GB, eine einzelne Stereospur mit denselben Einstellungen nur rund 1,93 GB, also ein Viertel davon.
Warum ist meine fertige Datei etwas größer oder kleiner als berechnet?
Der Rechner zählt nur die Audiodaten. Dazu kommen ein kleiner Dateikopf und je nach Programm Metadaten wie Marker, meist nur wenige Kilobyte. Größere Abweichungen entstehen durch die Einheit: Der Rechner zählt 1 MB als 1.048.576 Byte, viele Dateimanager und Speicherhersteller dagegen als 1.000.000 Byte. Dieselbe Datei erscheint dezimal gezählt mit einer um knapp 5 Prozent größeren Zahl, bei Gigabyte sind es gut 7 Prozent.