dB-Rechner
Pegelverhältnisse in Dezibel umrechnen und mehrere Quellen summieren.
Verhältnis ↔ Dezibel
Verhältnis 2 = 6.02 dB
dB-Summierung mehrerer Quellen
Gesamtpegel: – dB
Gilt für unkorrelierte Schallquellen (z.B. mehrere Instrumente/Lautsprecher): Gesamtpegel = 10·log₁₀(Σ 10^(L/10)).
So funktioniert's
Dezibel (dB) ist eine logarithmische Einheit, die extrem große Wertebereiche (z.B. Schalldruck von Flüsterton bis Rockkonzert) handhabbar macht. Der obere Rechner rechnet zwischen einem linearen Verhältnis und dB um, der untere summiert mehrere gleichzeitig aktive Schallquellen zu einem Gesamtpegel – nützlich beim Gain-Staging, Pegelmanagement und bei Lärmschutzberechnungen.
Beispiele
Beispiel 1: Verhältnis 2 mit der Spannungs-/Amplitudenformel (20·log₁₀) ergibt 20 × log₁₀(2) ≈ 6,02 dB – der voreingestellte Beispielwert des Rechners.
Beispiel 2: Drei gleich laute Schallquellen mit je 70 dB (wie im Vorgabewert der Summierung) ergeben addiert 10 × log₁₀(3 × 10⁷) ≈ 74,77 dB – deutlich weniger als die naiv erwartete Summe von 210 dB, weil sich Dezibel logarithmisch statt linear addieren.
Wann brauchst du den dB-Rechner?
- Mixing/Gain-Staging: Pegelverhältnisse zwischen Spuren nachvollziehen und in dB umrechnen.
- Live-Sound: abschätzen, wie sich mehrere gleichzeitig aktive Schallquellen (Monitore, PA-Cluster) im Gesamtpegel summieren.
- Lernen/Referenz: verstehen, warum Kompressor- und EQ-Einstellungen in dB statt in linearen Werten angegeben werden.
Schritt für Schritt: beide Rechner bedienen
Verhältnis in dB umrechnen und zurück
- Wähle unter „Bezugsgröße“ den Eintrag „Spannung / Amplitude (20·log₁₀)“ für Fader, Gain, Schalldruck und Sample-Werte oder „Leistung / Power (10·log₁₀)“ für elektrische und akustische Leistung.
- Tippe ein Verhältnis in das Feld „Verhältnis (z.B. 2 = doppelt so groß)“ oder einen Wert in das Feld „Dezibel (dB)“. Das jeweils andere Feld füllt das Tool aus.
- Lies das Ergebnis in der Zeile darunter ab, zum Beispiel „Verhältnis 2 = 6.02 dB“.
Mehrere Pegel summieren
- Trage die Pegel in das Feld „dB-Werte“ ein, getrennt durch Leerzeichen, Komma oder Zeilenumbruch. Dezimalstellen schreibst du mit Punkt (70.5), das Komma ist ein Trennzeichen zwischen zwei Werten.
- Lies den „Gesamtpegel“ ab. Er ändert sich bei jeder Eingabe sofort.
- Prüfe die Zeile darunter: „Aus 4 Quelle(n): …“ nennt, wie viele Werte das Tool erkannt hat und welche.
Was hinter den Feldern steckt
Der obere Rechner wertet eine einzige Gleichung aus: dB = Faktor × log₁₀(Verhältnis), mit Faktor 20 für Spannung / Amplitude und Faktor 10 für Leistung. Rückwärts gilt Verhältnis = 10^(dB ÷ Faktor). Das Tool zeigt Dezibel mit zwei Nachkommastellen und das Verhältnis mit sechs gültigen Ziffern, jeweils mit Dezimalpunkt. Tippst du 6 ins dB-Feld, steht deshalb 1.99526 im Verhältnis-Feld und nicht 2, denn 10^0,3 ergibt 1,99526. Erst 6.0206 dB zeigt in der Ergebniszeile 2.00000, weil 20 × log₁₀(2) = 6,0206 ist.
Das Feld, das du zuletzt bearbeitet hast, bleibt die Vorgabe, auch wenn du danach die Bezugsgröße wechselst. Steht 6 im dB-Feld, zeigt „Spannung / Amplitude“ das Verhältnis 1.99526 und „Leistung / Power“ das Verhältnis 3.98107. Das Verhältnis muss größer als 0 sein. Der Wert 1 entspricht 0 dB, Werte unter 1 ergeben negative Dezibel, und ein Verhältnis von 0 wäre völlige Stille, also minus unendlich dB. Das Tool meldet dafür einen ungültigen Wert.
Praxisbeispiel: vier Quellen im Proberaum
Du hast am Hörplatz jede Quelle einzeln gemessen: Gesang 88 dB, Gitarre 92 dB, Bass 90 dB und Schlagzeug 98 dB. Mit 88 92 90 98 in der Summierung meldet das Tool einen Gesamtpegel von 99.79 dB, nur 1,79 dB über dem Schlagzeug allein. In Leistung gerechnet liefert das Schlagzeug rund zwei Drittel der Gesamtleistung (6,31 von 9,53 in Einheiten von 10⁹), die übrigen drei teilen sich den Rest.
Was bringt es, leiser zu werden? Spielt das Schlagzeug nur noch mit 92 dB, also 6 dB weniger, ergibt 88 92 90 92 den Wert 96.81 dB und damit knapp 3 dB weniger insgesamt. Nimmst du dagegen die Gitarre um 6 dB zurück (88 86 90 98), sinkt der Gesamtpegel nur auf 99.21 dB, ein Gewinn von 0,58 dB. Wer den Gesamtpegel senken will, setzt bei der lautesten Quelle an.
Allgemein hängt der Zuwachs über der lauteren Quelle nur vom Abstand der beiden Pegel ab:
| Abstand der beiden Pegel | Gesamtpegel liegt über der lauteren Quelle um |
|---|---|
| 0 dB (gleich laut) | 3,01 dB |
| 1 dB | 2,54 dB |
| 3 dB | 1,76 dB |
| 6 dB | 0,97 dB |
| 10 dB | 0,41 dB |
| 20 dB | 0,04 dB |
Ab etwa 10 dB Abstand spielt die leisere Quelle kaum noch eine Rolle. Gleich laute Quellen addieren sich nach 10 × log₁₀(n): zwei ergeben +3,01 dB, vier +6,02 dB, fünf +6,99 dB und zehn +10 dB. Fünfmal 70 dB ergibt in der Summierung also 76.99 dB.
Grenzen und typische Fehler
- Nur unkorrelierte Quellen: Die Summierungsformel gilt für voneinander unabhängige Signale wie verschiedene Instrumente oder Lautsprecher. Bei phasengleichen Kopien desselben Signals addieren sich die Amplituden, und zwei gleich laute Kopien ergeben +6,02 dB statt +3,01 dB.
- Gleicher Bezug: Alle Werte in der Summierung müssen auf denselben Bezug zeigen, etwa Schalldruckpegel am selben Ort. Negative Pegel funktionieren, zum Beispiel ergeben zwei Effektivwerte von -18 dB zusammen -14.99 dB. Für Spitzenwerte ist die Rechnung nur eine grobe Orientierung.
- Minuszeichen: Tippe ein normales Minus. Ein aus einem Text kopiertes typografisches Minus erkennt das Tool nicht und überspringt den Wert ohne Hinweis. Die Zeile „Aus … Quelle(n)“ zeigt dir, ob alle Werte angekommen sind.
- Die zwei Rechner nicht verwechseln: Der obere Rechner rechnet ein Verhältnis in dB um, die Summierung unten addiert Pegel. Beide beantworten unterschiedliche Fragen.
Wie dB, dBFS und dB SPL zusammenhängen und wie viel Headroom du beim Aufnehmen lassen solltest, erklärt der Ratgeber Dezibel und Pegel verstehen. Die 20er-Formel steckt auch in der Bittiefe: 24 Bit entsprechen dem Verhältnis 16777216, im Rechner mit Spannung / Amplitude also 144.49 dB. Was diese Bittiefe an Speicher kostet, zeigt derSample-Rate-Rechner. Und das Verhältnis 1000 ergibt mit dieser Einstellung genau 60 dB, den Pegelabfall, auf den sich die Nachhallzeit RT60 imReverb Time Calculator bezieht.
Häufige Fragen
Wann nutze ich die 20er- und wann die 10er-Formel?
Die 20·log₁₀-Formel gilt für Größen, die proportional zur Amplitude/Spannung sind (z.B. Lautstärkeregler, Signalspannung). Die 10·log₁₀-Formel gilt für Leistungsgrößen (z.B. akustische Schallleistung, elektrische Leistung). Da Leistung proportional zum Quadrat der Amplitude ist, unterscheiden sich die Formeln um den Faktor 2.
Warum verdoppelt sich die Lautstärke nicht bei +3 dB?
+3 dB entspricht einer Verdopplung der Leistung, aber als doppelt so laut empfinden die meisten Menschen einen Pegelanstieg erst bei etwa +10 dB. Das ist eine verbreitete Faustregel, die je nach Frequenz und Pegel schwankt. Unser Gehör nimmt Lautstärke näherungsweise logarithmisch statt linear wahr.
Warum ergeben zwei gleich laute 70-dB-Quellen nicht 140 dB?
Dezibel-Werte addieren sich nicht linear, sondern logarithmisch. Zwei identische 70-dB-Quellen zusammen ergeben rund 73 dB (Verdopplung der Schallleistung = +3 dB), nicht 140 dB – ein häufiger Denkfehler beim Overdubbing oder Zusammenmischen mehrerer Spuren.
Was bedeutet der Vorgabewert 6,02 dB für ein Verhältnis von 2?
Bei der Spannungs-/Amplitudenformel (20·log₁₀) entspricht eine Verdopplung des Wertes exakt 20 × log₁₀(2) ≈ 6,02 dB – eine gute Faustregel: +6 dB ≈ doppelte Amplitude.
Warum liefert dasselbe Verhältnis 2 bei der Leistungsformel einen anderen dB-Wert?
Mit der 10·log₁₀-Formel für Leistungsgrößen ergibt ein Verhältnis von 2 nur 10 × log₁₀(2) ≈ 3,01 dB statt 6,02 dB – daher die bekannte Faustregel „+3 dB = doppelte Leistung“.
Wie gebe ich die Werte in der dB-Summierung ein?
Trenne die Werte durch Leerzeichen, Komma oder Zeilenumbruch. Dezimalstellen schreibst du mit Punkt, zum Beispiel 70.5, denn das Komma trennt zwei Werte voneinander. Alles, was das Tool nicht als Zahl liest, lässt es stillschweigend weg. Die Zeile unter dem Gesamtpegel nennt deshalb Anzahl und Werte der erkannten Quellen, und dort fällt ein Tippfehler auf.