MIDI-CC-Liste

Durchsuchbare Referenz gebräuchlicher MIDI-Control-Change-Nummern.

CC#BezeichnungFunktion
0Bank Select (MSB)Wählt zusammen mit CC32 die Sound-Bank; danach folgt ein Program Change
1Modulation WheelModulationsrad – meist Vibrato, oft frei belegbar (z. B. Filter, Dynamik bei Orchester-Samples)
2Breath ControllerBlaswandler, Ausdruck bei Bläser-Sounds
4Foot ControllerStufenloses Fußpedal (Expression-Pedal) für frei zugewiesene Parameter
5Portamento TimeGleitzeit zwischen zwei Tönen bei eingeschaltetem Portamento
6Data Entry (MSB)Überträgt den Wert für den zuvor gewählten RPN/NRPN-Parameter
7Channel VolumeKanal-Lautstärke – grober Gesamtpegel eines Instruments
8BalanceBalance zwischen zwei Stereo-Signalen
10PanPanorama, Position im Stereobild (0 = links, 64 = Mitte, 127 = rechts)
11ExpressionExpression – Lautstärkeverläufe innerhalb einer Phrase, relativ zu CC7
12Effect Control 1Frei belegbarer Effekt-Parameter
13Effect Control 2Frei belegbarer Effekt-Parameter
32Bank Select (LSB)Feinwert zu Bank Select (CC0)
33Modulation Wheel (LSB)Feinwert zum Modulationsrad (CC1)
38Data Entry (LSB)Feinwert zu Data Entry (CC6)
64Sustain Pedal (Damper)Haltepedal: ab 64 klingen Töne nach dem Loslassen weiter
65Portamento On/OffSchaltet Portamento (Gleiten) ein oder aus
66Sostenuto PedalHält nur die Töne, die beim Treten schon gedrückt waren
67Soft PedalLeiser, weicher Klang wie beim linken Klavierpedal
68Legato FootswitchSchaltet Legato-Spielweise ein
69Hold 2Zweites Haltepedal, oft mit langer Ausklingzeit
70Sound Controller 1 (Sound Variation)Klangvariante, herstellerabhängig
71Sound Controller 2 (Resonance/Timbre)Filter-Resonanz bzw. Klangfarbe
72Sound Controller 3 (Release Time)Release – Ausklingzeit nach dem Loslassen der Taste
73Sound Controller 4 (Attack Time)Attack – Einschwingzeit beim Anschlagen
74Sound Controller 5 (Brightness/Cutoff)Filter-Cutoff bzw. Helligkeit, häufigster Klangregler bei Synthesizern
84Portamento ControlStartton für einen Portamento-Gleiteffekt
91Effect 1 Depth (Reverb Send)Hallanteil (Reverb Send)
92Effect 2 Depth (Tremolo)Tremolo-Tiefe
93Effect 3 Depth (Chorus Send)Chorus-Anteil (Chorus Send)
94Effect 4 Depth (Detune)Verstimmungs-Tiefe (Detune)
95Effect 5 Depth (Phaser)Phaser-Tiefe
96Data IncrementErhöht den gewählten RPN/NRPN-Parameter um einen Schritt
97Data DecrementVerringert den gewählten RPN/NRPN-Parameter um einen Schritt
98NRPN LSBWählt einen herstellerspezifischen Parameter (Feinteil)
99NRPN MSBWählt einen herstellerspezifischen Parameter (Grobteil)
100RPN LSBWählt einen Standard-Parameter, z. B. Pitch-Bend-Bereich (Feinteil)
101RPN MSBWählt einen Standard-Parameter, z. B. Pitch-Bend-Bereich (Grobteil)
120All Sound OffSchaltet sofort alle Klänge des Kanals stumm, auch Ausklingendes
121Reset All ControllersSetzt die Controller des Kanals auf Grundwerte zurück
122Local Control On/Off0 trennt die Tastatur von der eigenen Klangerzeugung, 127 verbindet sie
123All Notes OffBeendet alle gehaltenen Noten – Notbremse bei hängenden Tönen
124Omni Mode OffGerät reagiert nur noch auf seinen eingestellten Kanal
125Omni Mode OnGerät reagiert auf alle Kanäle
126Mono Mode OnMonophoner Modus, ein Ton pro Kanal
127Poly Mode OnPolyphoner Modus, mehrere Töne gleichzeitig

So funktioniert's

MIDI Control Change ist der Standard, mit dem Hardware-Controller, Fußpedale und DAW-Automation Werte an Synthesizer und Software-Instrumente senden – unabhängig von Noten. Nutze die Suche, um schnell die passende CC-Nummer zu einer Funktion zu finden, etwa beim Einrichten eines MIDI-Controllers oder beim Debuggen von MIDI-Automationsdaten.

Beispiele aus der Praxis

Willst du das Sustain-Pedal eines Masterkeyboards mit einem Fußschalter simulieren, brauchst duCC64: Ein Wert von 127 hält Töne wie beim Klavierpedal, ein Wert von 0 löst sie wieder. Suchst du dagegen die passende Nummer, um in deiner DAW eine Lautstärke-Automation für ein virtuelles Instrument zu zeichnen, landest du meist bei CC7 (Channel Volume) oder CC11(Expression) – Letztere eignet sich besser für dynamische Ausdruckskurven innerhalb einer Phrase, weil CC7 eher als grober Gesamtpegel gedacht ist. Ein drittes Beispiel: Willst du ein virtuelles Instrument per Modulationsrad ausdrucksstärker klingen lassen (Vibrato, Filter-Öffnung), ist das fast immerCC1 – ein Rad, das fast jedes Masterkeyboard mitbringt.

Wann brauchst du die CC-Liste?

  • Beim Einrichten eines neuen MIDI-Controllers, um Pads, Regler oder Fußschalter sinnvollen CC-Nummern zuzuweisen.
  • Beim Debuggen einer MIDI-Datei oder Automationsspur, wenn ein unerwarteter Effekt auftritt und du herausfinden willst, welche Nummer dafür verantwortlich ist.
  • Beim Programmieren eigener MIDI-Skripte oder Controller-Mappings, wo CC-Nummern exakt stimmen müssen.
  • Im Unterricht, um den Unterschied zwischen Noten- und Controller-Daten anschaulich zu erklären.

Hintergrund: Wie der Nummernraum aufgebaut ist

Die 128 CC-Nummern sind nicht wahllos verteilt, sie folgen einer Grobstruktur. Die Tabelle zeigt, welche Bereiche es gibt und wie viel davon die Liste oben abdeckt:

NummernBedeutungIn der Liste
0–31Controller mit grobem Wert (MSB), etwa Bank Select, Modulation, Volume, Pan, Expression12 Einträge, einige Nummern sind frei
32–63feiner Wert (LSB) zum Controller 32 Nummern darunternur 32, 33 und 38
64–69Schalter: Werte bis 63 bedeuten aus, ab 64 an (Sustain, Portamento, Sostenuto, Soft, Legato, Hold 2)alle sechs
70–79Sound Controller 1 bis 10nur 70–74
91–95Effekttiefen (Hall, Tremolo, Chorus, Detune, Phaser)alle fünf
96–101Data Increment und Decrement, NRPN, RPNalle sechs
120–127Kanalmodus-Befehle wie All Notes Off und Local Controlalle acht

Die Liste enthält damit 46 gebräuchliche Nummern, nicht alle 128. Nicht aufgeführt sind unter anderem die freien Nummern, die meisten LSB-Partner und die Sound Controller 6 bis 10. Wo ein Controller zwei Nummern hat, setzt sich der Wert so zusammen: MSB × 128 + LSB. Steht das Modulationsrad auf CC1 = 64 und CC33 = 32, ergibt das 64 × 128 + 32 = 8.224 von höchstens 16.383, also rund 50,2 Prozent des Wegs.

Schritt für Schritt: Einen Regler einer CC-Nummer zuordnen

  1. Tippe in das Feld „Suche (Nummer, Name oder Funktion)“ einen Begriff, zum Beispiel Cutoff. Die Liste zeigt dann nur noch die Zeile 74 mit der Bezeichnung „Sound Controller 5 (Brightness/Cutoff)“. Mit „Keine Treffer.“ meldet sich das Tool, wenn nichts passt.
  2. Weise im Controller oder in der Zuordnungsfunktion deiner DAW den Regler dieser Nummer zu. Viele Geräte und Plugins nennen das MIDI-Learn oder Assign, die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller.
  3. Stelle sicher, dass Controller und Zielinstrument auf demselben MIDI-Kanal arbeiten oder das Instrument alle Kanäle empfängt. CC-Nachrichten tragen immer einen Kanal.
  4. Bewege den Regler und prüfe im MIDI-Monitor oder in der Ereignisliste deiner DAW, ob CC74 mit Werten zwischen 0 und 127 ankommt. Reagiert der Klang nicht, kennt das Instrument diese Nummer womöglich nicht.

Rechenbeispiel: Volume und Expression zusammen

Bei Instrumenten, die CC11 als Anteil von CC7 behandeln, multiplizieren sich beide Werte. Steht CC7 auf 100, sind das 100 ÷ 127 ≈ 78,7 Prozent des Höchstwerts. Liegt CC11 gleichzeitig bei 64, sind es 64 ÷ 127 ≈ 50,4 Prozent davon, und die Gesamtlautstärke beträgt 0,787 × 0,504 ≈ 39,7 Prozent. Wie laut oder leise sich das tatsächlich anhört, bestimmt die Kennlinie des Klangerzeugers. Bei vielen Geräten ist sie nicht linear, die halbe Zahl bedeutet also nicht automatisch die halbe Lautstärke.

Typische Stolpersteine

  • Pedal wirkt umgekehrt: Ein Haltepedal mit der anderen Schaltpolarität klingt genau verkehrt herum, die Töne halten, solange du nicht trittst. Viele Keyboards erkennen die Polarität beim Einschalten oder bieten dafür eine Einstellung.
  • Pitch Bend fehlt in der Liste: Pitch Bend, Aftertouch und Program Change sind eigene Nachrichtentypen und haben keine CC-Nummer. Für Programmwechsel gibt es die Program-Change-Liste.
  • Befehle statt Reglerwerte: CC120 bis CC127 steuern nicht den Klang, sondern das Verhalten eines Kanals. Local Control (CC122) trennt mit dem Wert 0 die Tastatur eines Keyboards von der eigenen Klangerzeugung, mit 127 verbindest du sie wieder. Reset All Controllers (CC121) setzt die Controller eines Kanals auf Grundwerte zurück, welche genau, entscheidet das Gerät.

Gut zu wissen

Nicht jede CC-Nummer wird von jedem Gerät unterstützt: Ein Synthesizer reagiert nur auf Controller, die er implementiert, alle anderen ignoriert er stillschweigend. Verwechsle CC nicht mit RPN und NRPN (Registered und Non-Registered Parameter Number). Darüber stellst du Parameter ein, die keine eigene CC-Nummer haben: Zuerst wählen CC101 und CC100 (RPN) oder CC99 und CC98 (NRPN) den Parameter aus, danach übertragen CC6 und CC38 den Wert. Ein typisches Beispiel für RPN ist der Bereich des Pitch-Bend-Rads, was hinter einer NRPN-Nummer steckt, legt dagegen allein der Hersteller fest.

CC ist außerdem kanalgebunden: Dieselbe Nummer auf Kanal 1 und Kanal 2 steuert zwei unabhängige Parameter an zwei verschiedenen Instrumenten. Manche CCs arbeiten als Schalter, CC64 kennt zum Beispiel nur An und Aus mit der Schwelle bei 64, auch wenn der volle Wertebereich 0 bis 127 übertragen werden kann. Wie ein Gerät den Wert interpretiert, entscheidet am Ende immer die Empfängerseite.

Den Platz der Controller im Gesamtbild von MIDI zeigt der RatgeberMIDI-Grundlagen. Zu einer Note die passende Nummer findest du imMIDI-Note-Konverter, und die Taktrate der MIDI-Clock rechnet derMIDI-Clock-Rechner aus.

Häufige Fragen

Was ist ein MIDI Control Change (CC)?

Ein CC-Event überträgt einen Reglerwert von 0 bis 127 zusätzlich zu Noten, zum Beispiel wie weit ein Modulationsrad bewegt ist oder ob das Sustain-Pedal gedrückt ist. Jede CC-Nummer hat eine im Standard beschriebene, aber nicht immer verbindliche Bedeutung.

Welche CC-Nummern werden am häufigsten genutzt?

CC1 (Modulation), CC7 (Lautstärke), CC10 (Panorama), CC11 (Expression) und CC64 (Sustain-Pedal) gehören zu den am weitesten verbreiteten. Fast jedes MIDI-Keyboard und jede DAW unterstützt sie zuverlässig.

Was ist der Unterschied zwischen MSB und LSB?

Für eine feinere Auflösung als die üblichen 128 Stufen kombinieren manche Controller zwei CC-Nachrichten: MSB (Most Significant Byte) trägt den groben Wert, LSB (Least Significant Byte) die Feinabstufung. Zusammen ergeben sie 128 × 128 = 16.384 Stufen. Der LSB-Controller liegt immer 32 Nummern über dem MSB-Controller: CC1 (Modulation) wird mit CC33 verfeinert, CC0 (Bank Select) mit CC32. Viele Geräte nutzen allerdings nur den groben Wert.

Sind CC-Zuordnungen bei jedem Hersteller garantiert gleich?

Ein Kernbereich ist im MIDI-Standard fest beschrieben und wird von praktisch allen Geräten eingehalten, etwa CC64 (Sustain), CC120 bis CC127 (Kanalmodus-Nachrichten wie All Notes Off) sowie CC0 und CC32 (Bank Select). Die Sound Controller CC70 bis CC74 und die Effekttiefen CC91 bis CC95 gelten dagegen eher als Empfehlung, manche Hersteller belegen sie mit eigenen Funktionen. Im Zweifel schafft ein Blick ins Handbuch Klarheit.

Darf ich unbenutzte CC-Nummern für eigene Zwecke verwenden?

Ja. Viele DAWs und Controller erlauben, frei verfügbare Nummern wie CC3, CC9 oder CC14 bis CC19 eigenen Parametern zuzuweisen, etwa einem Filter-Cutoff oder einer benutzerdefinierten Automation. Solange du keine festgelegte Nummer wie CC64 oder CC121 belegst, gibt es normalerweise keine Konflikte. Prüfe nur, ob das Zielgerät die gewählte Nummer nicht selbst schon verwendet.

Warum zeigt die Suche bei einer Zahl wie 7 so viele Zeilen an?

Die Suche zeigt jede Zeile, in der dein Text irgendwo in Nummer, Bezeichnung oder Funktion vorkommt. Bei 7 erscheinen deshalb auch 67, 70 bis 74, 97 und 127 sowie Zeilen, deren Beschreibung eine 7 enthält, insgesamt zwölf. Für genau eine Nummer hilft ein Begriff, etwa Volume für CC7, Cutoff für CC74 oder Hall für CC91. Auch deutsche Begriffe wie Lautstärke oder Haltepedal funktionieren.