Motivgenerator

Kurzes rhythmisch-melodisches Motiv als Ausgangspunkt für einen Song generieren.

Was ein Klick erzeugt

Bei „Grundton“ wählst du einen der zwölf Töne, bei „Skala“ eine von fünf: Dur (Ionisch), Moll (Äolisch), Dur-Pentatonik, Moll-Pentatonik oder Bluestonleiter. „Neues Motiv“ würfelt zuerst eines von fünf Rhythmusmustern und legt damit zugleich fest, wie viele Töne das Motiv hat, drei bis fünf. Danach entstehen die Tonhöhen: Der erste Ton ist immer der Grundton im Bereich von C4 bis B4, jeder weitere liegt höchstens zwei Skalenstufen vom vorigen entfernt und nie tiefer als der Grundton. Unter den Tönen steht die Zeile „Rhythmus: …“. „Abspielen“ spielt das Motiv einmal, „4× wiederholen“ viermal hintereinander, jeweils mit einem weichen Dreieckston. Eine Viertel dauert dabei 0,5 Sekunden, das Tempo entspricht also 120 BPM. Ein Motiv ist der rohe Baustein, kein fertiger Gedanke: Ein Riff ist erst das, was du aus ihm baust.

Die fünf Rhythmusmuster nachgemessen

Die Dauern in der Tabelle gelten für die Wiedergabe im Tool. Entscheidend ist die Länge in Schlägen, denn sie bestimmt, wie das Motiv beim Wiederholen zum Takt liegt.

Muster im ToolTöneNotenwerteDauerSchläge
Viertel-Viertel-Halbe3Viertel, Viertel, Halbe2,0 s4
Achtel-Achtel-Viertel-Viertel4Achtel, Achtel, Viertel, Viertel1,5 s3
Punktiert-Achtel-Viertel-Viertel4punktierte Achtel, Sechzehntel, Viertel, Viertel1,5 s3
Viertel-Achtel-Achtel-Halbe4Viertel, Achtel, Achtel, Halbe2,0 s4
Fünf Achtel5fünf Achtel1,25 s2,5

Zwei Muster füllen genau einen 4/4-Takt, zwei einen 3/4-Takt, „Fünf Achtel“ einen 5/8-Takt. Der Name „Punktiert-Achtel-Viertel-Viertel“ nennt nur drei der vier Werte: Hinter dem Anfang stecken eine punktierte Achtel (0,375 s) und eine Sechzehntel (0,125 s), zusammen eine Viertel. Treffen Muster mit drei oder zweieinhalb Schlägen auf einen 4/4-Takt, beginnt das Motiv bei jeder Wiederholung an einer anderen Stelle des Takts.

Nachgerechnet: Warum der Grundton so oft wiederkommt

Der Zufallsweg startet auf dem Grundton und darf nicht darunter fallen. Von den fünf möglichen Schritten (−2, −1, 0, +1, +2) landen deshalb drei wieder auf dem Grundton. Der zweite Ton ist mit 60 Prozent der Grundton, mit je 20 Prozent die zweite oder die dritte Stufe der Skala. Ein Motiv mit drei Tönen besteht damit zu 0,6 × 0,6 = 36 Prozent nur aus dem Grundton, mit vier Tönen zu 0,6 × 0,6 × 0,6 = 21,6 Prozent, mit fünf zu rund 13 Prozent. Über die fünf Rhythmusmuster gemittelt ergibt sich (0,36 + 3 × 0,216 + 0,1296) ÷ 5 ≈ 0,23: Etwa jedes vierte bis fünfte Motiv ist eine reine Rhythmusfigur auf einem einzigen Ton. Das ist kein Defekt, denn Beethovens Schicksalsmotiv beginnt mit drei gleichen Tönen. Suchst du Tonhöhenbewegung, klickst du einfach weiter.

Praxisbeispiel: Aus E E G B wird ein Riff

Du stellst Grundton E und Moll-Pentatonik ein und bekommst das Muster „Viertel-Achtel-Achtel-Halbe“ mit den Tönen E E G B. Die Skala besteht aus E, G, A, B und D. Der Zufallsweg erlaubt diese Folge: Nach dem Grundton bleibt er stehen (Schritt 0), steigt eine Stufe auf G (+1) und springt zwei Stufen auf B (+2). In MIDI-Nummern sind das 64, 64, 67 und 71, die Dauer beträgt 0,5 + 0,25 + 0,25 + 1,0 = 2,0 Sekunden. „4× wiederholen“ ergibt 8 Sekunden, bei 120 BPM genau vier 4/4-Takte, in denen B jeweils auf der Zählzeit 3 einsetzt und bis zum Taktende reicht.

Daraus machst du Frage und Antwort. Die Frage ist das Motiv wie gewürfelt und endet auf B, der Quinte. In der zweiten Wiederholung setzt du den letzten Ton auf das tiefe E, also E E G E, die Antwort fällt eine kleine Terz unter das G auf den Grundton. Aus vier Tönen ist eine Phrase über zwei Takte geworden.

Fünf Achtel gegen den Takt

„Fünf Achtel“ dauert 1,25 Sekunden, also 2,5 Schläge. Über 4/4 beginnt das Motiv deshalb jedes Mal an einer anderen Stelle: im ersten Takt auf der 1 und auf dem Und der 3, im zweiten Takt auf der 2 und auf dem Und der 4. Das sind die vier Starts, die „4× wiederholen“ spielt. Nach acht Wiederholungen, also 10 Sekunden und fünf Takten, fällt es wieder auf die Eins, weil 5 und 8 Achtel keinen gemeinsamen Teiler haben. In dieser Zeit beginnt das Motiv genau einmal auf jeder der acht Achtelpositionen des Takts. Die zweite Hälfte des Zyklus spielt das Tool nicht mehr, die spielst du selbst weiter.

So entwickelst du ein Motiv weiter

  1. Wähle „Grundton“ und „Skala“ und klicke auf „Neues Motiv“, bis dir Tonfolge und Zeile „Rhythmus“ gefallen. Ein reines Grundton-Motiv überspringst du oder nutzt es als Rhythmusidee.
  2. Höre erst „Abspielen“, dann „4× wiederholen“. Die Schleife zeigt, ob das Motiv nach vorn zieht oder auf der Stelle tritt.
  3. Notiere Töne und Rhythmus. Die Anzeige nennt nur Notennamen, die Oktave wählst du selbst. Auf Gitarre oder Bass spielst du ein Motiv aus dem Bereich C4 bis B4 oft eine Oktave tiefer.
  4. Spiele es gegen das Metronom, dort sind 120 BPM und 4/4 voreingestellt, und achte darauf, wo es im Takt beginnt.
  5. Ändere pro Wiederholung eine Sache: den letzten Ton für Frage und Antwort, oder den Rhythmus eines anderen Musters mit gleicher Tonzahl. Bei E E G B ergibt Achtel-Achtel-Viertel-Viertel statt Viertel-Achtel-Achtel-Halbe eine Figur von nur 1,5 statt 2,0 Sekunden.

Grenzen des Generators

  • Es gibt nur fünf Rhythmusmuster, ohne Pausen und ohne Auftakt, und das Tempo ist mit 120 BPM fest.
  • Das Tool kennt keine Akkorde. Ein Motiv nutzt nur Töne der Skala, ob sie zu deiner Begleitung passen, prüfst du selbst.
  • Die Anzeige nennt keine Oktaven und schreibt alle Töne mit Kreuzen, in E-Bluestonleiter etwa A# für das klingende Bb.
  • Es gibt keine Stopptaste. Klickst du während der Wiedergabe erneut auf „Abspielen“ oder „4× wiederholen“, läuft eine zweite Wiedergabe darüber.
  • Eine Liste früherer Motive gibt es nicht. Schreibe auf, was dir gefällt, bevor du neu würfelst.

Ein Motiv bekommt Charakter durch das, was fehlt. Ersetze einen Ton durch eine Pause: Aus E E G B wird E, Pause, G B. Die Lücke gibt dem Motiv Luft und betont den Einsatz, der danach kommt.

Wie Motive zu Phrasen und Songteilen wachsen, steht im RatgeberSongwriting-Ideen und Songaufbau, Notenwerte, Taktarten und Betonung erklärt der Ratgeber Rhythmus-Grundlagen. Notenwerte rechnest du im Notenwert-Rechner um, den Aufbau eines 5/8-Takts mit dem Zähler 5 zeigt der Taktarten-Rechner, und eine achttönige Phrase ohne Rhythmus liefert der Melodie-Ideen-Generator.

Häufige Fragen

Was genau ist ein musikalisches Motiv?

Ein Motiv ist die kleinste eigenständige musikalische Idee, meist nur 2 bis 5 Töne mit einem markanten Rhythmus, wie die vier Anfangstöne von Beethovens 5. Sinfonie. Aus einem guten Motiv lässt sich durch Wiederholung, Variation und Entwicklung ein ganzes Stück aufbauen. Der Generator würfelt Motive aus 3 bis 5 Tönen.

Wie entwickle ich aus einem Motiv einen ganzen Song?

Klassische Techniken sind Wiederholung (identisch oder transponiert), Sequenzierung (dasselbe Muster auf einer anderen Tonstufe), rhythmische Variation oder Umkehrung der Tonfolge. Mit „4× wiederholen“ hörst du das Motiv als Riff-Schleife und merkst an der Wiederholung, ob ein Ton stört oder die Schleife Zug nach vorn hat.

Warum ist die Bluestonleiter für Motive besonders beliebt?

Die Bluestonleiter ergänzt die Moll-Pentatonik um die „Blue Note“, die verminderte Quinte, sechs Halbtöne über dem Grundton. Sie gibt dem Motiv sofort einen erkennbaren, bluesig-rockigen Charakter und eignet sich für Riffs in Blues, Rock und Funk. Bei Grundton E erscheint sie in der Anzeige als A#, klanglich ist das ein Bb.

Warum beginnt jedes Motiv auf dem Grundton, und warum wiederholt er sich so oft?

Der erste Ton ist im Generator immer der Grundton der Skala im Bereich von C4 bis B4, das gibt dem Motiv einen klaren Ankerpunkt. Weil der Zufallsweg nicht unter den Grundton fallen darf, ist auch der zweite Ton mit 60 Prozent wieder der Grundton. Stört dich das, klicke weiter oder nutze die Tonwiederholung als rhythmischen Pulsgeber.

Was bedeuten die angezeigten Rhythmusnamen wie „Punktiert-Achtel-Viertel-Viertel“?

Sie nennen die Notenwerte der Motivtöne in ihrer Reihenfolge. Hinter „Punktiert-Achtel-Viertel-Viertel“ stecken vier Töne: eine punktierte Achtel, eine Sechzehntel, die der Name nicht nennt, und zwei Viertel. Die übrigen Muster heißen „Viertel-Viertel-Halbe“, „Achtel-Achtel-Viertel-Viertel“, „Viertel-Achtel-Achtel-Halbe“ und „Fünf Achtel“. Bei jedem Klick wird eines der fünf Muster mit gleicher Wahrscheinlichkeit gewählt, und seine Länge bestimmt die Zahl der Töne.

Wie schnell läuft die Wiedergabe und wie lang ist ein Motiv?

Eine Viertel dauert 0,5 Sekunden, das entspricht 120 BPM. Ein Motiv dauert damit 2,0 Sekunden bei „Viertel-Viertel-Halbe“ und „Viertel-Achtel-Achtel-Halbe“ (vier Schläge), 1,5 Sekunden bei den beiden Mustern mit zwei Vierteln am Ende (drei Schläge) und 1,25 Sekunden bei „Fünf Achtel“ (zweieinhalb Schläge). Das Tempo lässt sich im Tool nicht ändern. Für ein anderes Tempo rechnest du selbst: Sekunden = Schläge × 60 ÷ BPM, bei 90 BPM dauern vier Schläge also rund 2,67 Sekunden.