Melodie-Ideen

Zufällige melodische Phrase in einer Tonart generieren und anhören.

Was ein Klick erzeugt

Bei „Grundton“ stehen die zwölf Töne von C bis B zur Wahl, bei „Skala“ sechs Skalen: Dur (Ionisch), Moll (Äolisch), Dorisch, Mixolydisch, Dur-Pentatonik und Moll-Pentatonik. „Neue Melodie“ würfelt acht Töne, und auch ein Wechsel von Grundton oder Skala löst sofort eine neue Phrase aus. Mit „Abspielen“ hörst du sie als Sinuston. Jeder Ton dauert 0,35 Sekunden, die ganze Phrase also 2,8 Sekunden. Gewürfelt werden nur Tonhöhen: Alle acht Töne sind gleich lang, Rhythmus, Text und Akkorde bringst du selbst mit.

Der Generator zählt in Skalenstufen, nicht in Halbtönen. Er startet in der Mitte der Skala und zieht für jeden der acht Töne einen Schritt von −2 bis +2 Stufen, jeden der fünf Werte mit 20 Prozent. Darum stammen alle Töne aus der gewählten Skala. Nach unten ist beim Grundton Schluss, nach oben nach knapp zwei Oktaven. Von den sieben Übergängen zwischen den acht Tönen sind im Schnitt etwa 1,4 Tonwiederholungen, 2,8 echte Stufenschritte und 2,8 Sprünge über eine Stufe. In einer Skala mit sieben Tönen ist so ein Sprung eine Terz (3 oder 4 Halbtöne), in der Pentatonik sind es 4 oder 5 Halbtöne, deshalb klingen die Sprünge dort größer.

Dieselbe Bewegung in vier Skalen

Der Zufall legt nur den Weg durch die Stufen fest, den Klang bestimmt die Skala. Nimm an, bei Grundton D läuft der Weg über die Stufen 6, 5, 6, 7, 5, 4, 5 und 3. Je nach Skala stünden diese Töne in der Ergebnisanzeige:

SkalaTöne der PhraseUnterschied zur Zeile darüber
Moll (Äolisch)A# A A# C A G A FAusgangszeile: kleine Sexte A# und kleine Septime C
DorischB A B C A G A FSexte einen Halbton höher (A# wird B)
MixolydischB A B C A G A F#Terz einen Halbton höher (F wird F#)
Dur (Ionisch)B A B C# A G A F#Septime einen Halbton höher (C wird C#)

Von Zeile zu Zeile ändert sich genau ein Ton. Dorisch ist deshalb Moll mit großer Sexte, Mixolydisch Dur mit kleiner Septime, und zwischen reinem Moll und Dur liegen drei Töne Unterschied. Die beiden Pentatoniken lassen die heiklen Töne gleich weg: Die Dur-Pentatonik hat weder Quarte noch Septime, die Moll-Pentatonik weder Sekunde noch Sexte. Das Tool würfelt beim Wechsel des Felds „Skala“ neu. Willst du dieselbe Stufenfolge in mehreren Skalen hören, spielst du sie nach der Tabelle selbst.

Praxisbeispiel: Die dorische Phrase unter der Lupe

Nimm die Zeile „Dorisch“: B A B C A G A F. Bei Grundton D liegt der tiefste mögliche Ton bei D4, das ist MIDI-Note 62. Die Töne der Phrase sind B4 (71), A4 (69), B4, C5 (72), A4, G4 (67), A4 und F4 (65). Sie umfasst sieben Halbtöne, also eine Quinte, ein Umfang, der sich leicht singen lässt. Der höchste Ton C5 hat eine Frequenz von 440 Hz × 1,1892 ≈ 523,25 Hz. Die Bewegung besteht aus fünf Stufenschritten und zwei Terzsprüngen (von C nach A um 3, von A nach F um 4 Halbtöne), Tonwiederholungen gibt es in diesem Wurf nicht.

Gegen einen Dm7-Akkord (D, F, A, C) geprüft, sind A, C, A, A und F Akkordtöne, nur B, B und G nicht. Das B ist die große Sexte und damit genau der Ton, der Dorisch von Moll trennt. Es klingt am überzeugendsten, wenn die Begleitung ihn mitträgt, etwa mit einem Wechsel von Dm nach G-Dur (G, B, D). Der Schluss auf F, der Terz von Dm, wirkt weniger abgeschlossen als ein Schluss auf dem Grundton. Tauschst du den letzten Ton gegen D, bekommt die Phrase einen Ruhepunkt.

So arbeitest du mit der Phrase weiter

  1. Wähle „Grundton“ und „Skala“ und klicke einige Male auf „Neue Melodie“. Die Anzeige führt keine Liste, schreibe dir also Phrasen auf, die dich ansprechen.
  2. Höre die Phrase mit „Abspielen“ und achte zuerst auf die Kontur, auf das Auf und Ab, bevor du einzelne Töne beurteilst.
  3. Spiele die Töne auf deinem Instrument nach und lege einen Rhythmus darüber. Acht Viertel füllen zwei 4/4-Takte, acht Achtel genau einen. Bei 100 BPM sind das 4,8 beziehungsweise 2,4 Sekunden.
  4. Liegt die Phrase für deine Stimme zu hoch oder zu tief, schiebe die Notennamen im Transponierer um einige Halbtöne. Er behandelt jeden Namen wie einen Akkordgrundton.
  5. Streiche die zwei Töne, die dir am wenigsten gefallen, und ersetze sie durch eigene. Danach gehört die Phrase dir.
  6. Lege sie über eine Begleitung, etwa aus dem Akkord-Ideen-Generator, und schiebe jeden Ton, der auf einem Akkordwechsel reibt, zum nächsten Akkordton.

Grenzen des Generators

  • Es gibt keinen Rhythmus und keine Pausen, alle acht Töne sind gleich lang. Erst wenn du Längen und Betonungen festlegst, wird aus der Phrase ein Motiv.
  • Das Tool kennt keine Akkorde. Eine Phrase, die allein gut klingt, kann über deiner Begleitung reiben, das prüfst du selbst.
  • Die Phrase endet zufällig und nicht auf einem Ruhepunkt, und sie sinkt nie unter den Grundton. Der farbig hervorgehobene erste Ton ist der Anfang der Phrase, nicht zwingend der Grundton.
  • Die Anzeige nennt nur Notennamen mit Kreuzen und keine Oktaven. In D-Moll steht A# für das klingende Bb, die Lage hörst du nur in der Wiedergabe.
  • Es gibt weder Stopptaste noch Verlauf. Klickst du während der Wiedergabe erneut auf „Abspielen“, läuft die Phrase doppelt übereinander.

Spielbar ist nicht dasselbe wie singbar. Singe jede Phrase auf eine Silbe, bevor du Zeit in sie investierst. Wo deine Stimme stockt, ist meist ein Sprung zu weit oder ein Ton zu hoch gesetzt.

Wie aus einer Phrase ein Song wird, von der Motivarbeit bis zur passenden Akkordfolge, beschreibt der RatgeberSongwriting-Ideen und Songaufbau. Zum Nachspielen nach Gehör passt der Ratgeber Gehörbildung und Noten lesen. Die Töne der gewählten Skala zeigt der Akkord- und Skalenfinder, ein rhythmisch festgelegtes Gegenstück ist der Motivgenerator.

Häufige Fragen

Warum bewegen sich die generierten Melodien meist in kleinen Schritten?

Für jeden Ton zieht der Generator einen Schritt von minus zwei bis plus zwei Skalenstufen, jeden der fünf Werte mit 20 Prozent. Das ergibt etwa 40 Prozent echte Stufenschritte, 40 Prozent Sprünge über eine Stufe und 20 Prozent Tonwiederholungen. Große Sprünge über die halbe Skala kommen nie vor. Das entspricht dem Charakter vieler singbarer Melodien, die überwiegend in Schritten und kleinen Sprüngen verlaufen.

Was mache ich mit einer generierten Melodie?

Nutze sie als Ausgangspunkt: Spiel sie auf deinem Instrument nach, verändere einzelne Töne nach Gehör oder nimm nur die ersten drei, vier Töne als Motiv für den Songanfang. Die Phrase muss nicht eins zu eins übernommen werden. Sie hat keinen Rhythmus, den legst du selbst darüber, und sie kennt keine Akkorde, du prüfst sie also über deiner Begleitung.

Welche Skala eignet sich für welche Stimmung?

Dur klingt hell und offen, natürliches Moll dunkler und nachdenklicher. Dorisch ist Moll mit großer Sexte und wirkt dadurch etwas offener und jazziger, Mixolydisch ist Dur mit kleiner Septime und klingt bluesig-rockig. Die beiden Pentatoniken haben keine Halbtonschritte und keinen Tritonus, deshalb reiben zufällige Tonfolgen darin kaum. Das sind Faustregeln: Tempo, Rhythmus und Begleitung prägen den Eindruck mindestens so stark wie die Skala.

Warum starten manche Melodien höher oder tiefer, obwohl derselbe Grundton gewählt ist?

Der Zufallsweg beginnt in der Mitte der Skala, bei sieben Tönen auf der vierten, bei der Pentatonik auf der dritten Stufe, und macht dann seinen ersten Schritt. Der erste Ton ist deshalb bei sieben Tönen die zweite bis sechste Stufe, bei der Pentatonik die erste bis fünfte, und nicht automatisch der Grundton. Nach unten ist beim Grundton Schluss, der je nach Einstellung zwischen C4 und B4 liegt.

Kann ich die generierte Melodie auch für ein anderes Instrument nutzen, nicht nur zum Anhören?

Ja, die angezeigten Notennamen kannst du auf Klavier, Gitarre oder jedem anderen Instrument nachspielen. Die Wiedergabe dient nur als Höreindruck über einen schlichten Sinuston mit 0,35 Sekunden pro Ton und ist keine Referenz für einen bestimmten Instrumentenklang. Welche Oktave du nimmst, entscheidest du selbst, denn die Anzeige nennt nur die Namen.

Wie oft wiederholt sich ein Ton direkt hintereinander?

Bei jedem Übergang mit 20 Prozent Wahrscheinlichkeit. In einer Phrase mit acht Tönen gibt es sieben Übergänge, im Schnitt sind das etwa 1,4 Wiederholungen. Am unteren und oberen Rand des Tonraums werden Schritte abgeschnitten, dort kommen Wiederholungen etwas häufiger vor. Stört dich eine Wiederholung, klicke neu oder verwende sie als rhythmischen Anker.